Kinder beim Spielen in Dorfteich ertrunken: War es fahrlässige Tötung?

Neukirchen/Schwalmstadt - Nach dem Tod dreier Kinder in einem Dorfteich in Hessen beginnt in zwei Monaten der Prozess gegen den Bürgermeister der Gemeinde Neukirchen-Seigertshausen.

Blumen und Kuscheltiere wurden am Unglücksteich abgelegt (Archivbild).
Blumen und Kuscheltiere wurden am Unglücksteich abgelegt (Archivbild).  © DPA

Er muss sich vom 5. Dezember an wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten.

Laut Staatsanwaltschaft versäumte er es als Verantwortlicher für Sicherungsmaßnahmen, den Teich als potenzielle Gefahrenquelle abzusichern und einzuzäunen.

Die Anklage geht davon aus, dass dem Bürgermeister bekannt war, dass die Fläche rund um den Teich als Freizeit- und Spielfläche genutzt wurde.

Am 18. Juni 2016 waren drei Geschwister im Alter von fünf, acht und neun Jahren beim Spielen in dem Teich in Neukirchen-Seigertshausen ertrunken.

Der Verteidiger des Bürgermeisters sagte, es habe nie Hinweise auf eine Gefahrenquelle gegeben. "Es gibt Schicksale, für die es keinen Schuldigen gibt", sagte er und sprach von "ungünstigen Umständen", die zum Tod der Kinder geführt hätten.

Ein Schild mit der Aufschrift "Teichanlage Betreten auf eigene Gefahr. Eltern haften für ihre Kinder." weist auf eine Teichanlage hin.
Ein Schild mit der Aufschrift "Teichanlage Betreten auf eigene Gefahr. Eltern haften für ihre Kinder." weist auf eine Teichanlage hin.  © DPA

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0