Wirbelsäulen-OP geht schief: Wollte der Chirurg nur das Geld?

Rostock – Im Prozess gegen einen Neurochirurgen wegen einer mutmaßlich überflüssigen und fehlerhaft verlaufenen Wirbelsäulenoperation könnte es jetzt eine Wende geben.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, aus Gewinnsucht operiert zu haben (Symbolbild).
Dem Angeklagten wird vorgeworfen, aus Gewinnsucht operiert zu haben (Symbolbild).  © DPA

Ein Mediziner hat am Landgericht Rostock den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft teilweise widersprochen.

Es sei nicht ausgeschlossen gewesen, dass 2010 die Halswirbelsäule einer damals 38-jährigen Patientin stabilisiert werden musste, sagte der 79 Jahre alte Zeuge am Donnerstag.

Auch seien die von dem Rostocker Arzt eingesetzten Schrauben nicht so falsch platziert worden, wie von der Anklage behauptet.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 54-Jährigen schwere und gefährliche Körperverletzung vor. Er soll die Patientin aus finanziellen Gründen zu der Operation überredet haben, die medizinisch nicht notwendig gewesen sei (TAG24 berichtete). Der Angeklagte äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen.

Der Zeuge hatte selbst als Berater an der Operation teilgenommen und dem Arzt Hinweise gegeben. Den Auftrag dazu hatte er von dem Unternehmen, das die Implantate herstellt, die bei der Operation der Patientin eingesetzt wurden.

Zwar habe er, anders als vom angeklagten Arzt behauptet, keine schlecht verheilte Fraktur eines Halswirbels erkennen können, so der Arzt. Gleichwohl könnte es andere Gründe gegeben haben, die Wirbelsäule zu stabilisieren.

Der Angeklagte wurde bereits 2014 vom Landgericht Rostock wegen Abrechnungsbetrugs und Urkundenfälschung zu vier Jahren und sieben Monaten Gefängnis verurteilt.

Er hatte gestanden, Krankenkassen um 1,5 Millionen Euro betrogen zu haben. Deswegen hatte er bereits seine Krankenkassenzulassung verloren, als er die Geschädigte als Privatpatientin behandelte.


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