Mann (54) in Pflegeheim erstochen: Die Details der Tat machen sprachlos

Neuruppin - Sie zechten gemeinsam mit ihrem Bekannten (54) in dessen Wohnung. Aus einem nichtigen Streit wurde ein tödliches Blutbad (TAG24 berichtete). Am Landgericht wurden die beiden Täter jetzt zu langen Haftstrafen verurteilt. Und es kamen schreckliche Details ans Licht.

Bei der Durchsuchung der Täter-Wohnung, entdeckten die Polizisten die Leiche in einer Mülltonne. (Symbolbild)
Bei der Durchsuchung der Täter-Wohnung, entdeckten die Polizisten die Leiche in einer Mülltonne. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Wochenlang war der 54-Jährige im August 2017 in seinem Pflegeheim vermisst worden, ehe seine mit Messerstichen übersäte Leiche nach Zeugenhinweisen in einer Mülltonne entdeckt wurde, wie TAG24 berichtete.

Denn dort hatten die beiden jetzt verurteilten deutschen Männer (22/37) ihr Opfer am 23. August brutal getötet und menschenunwürdig entsorgt.

Unfassbar: Die Mülltonne stand in der Wohnung des 37-jährigen Haupttäters!

Zwischenzeitlich war unklar, ob die Angeklagten überhaupt schuldfähig sind (TAG24 berichtete) – ein psychiatrisches Gutachten räumte die Zweifel jedoch aus.

Somit war der Weg für die Urteile frei: Die Richter verurteilten den 37-Jährigen aus Radensleben wegen Mordes aus niederen Gründen zu einer lebenslangen Haftstrafe – samt besonderer Schwere der Schuld.

Die Richter am Landgericht Neuruppin verhängten eine lebenslange Freiheitsstrafe gegen den Haupttäter (37),
Die Richter am Landgericht Neuruppin verhängten eine lebenslange Freiheitsstrafe gegen den Haupttäter (37),  © dpa/Bernd Settnik

Nachdem die Anklage zunächst von gemeinschaftlichem Mord ausging, kam sein Komplize jedoch wegen Totschlags mit acht Jahren davon. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass er mit einer Schere zweimal in den Rücken stieß.

Richter Udo Lechtermann sprach bei seiner Urteilsverkündung von einem "wahrhaft fürchterlichen Verbrechen", das sich über einen längeren Zeitraum hingezogen hätte.

Was er damit meinte, sind die Todesumstände des 54-Jährigen: Dieser hatte die Mutter seines späteren Killers beleidigt und es kam zum Streit.

Daraufhin habe der 37-Jährige immer wieder auf den Mann eingetreten sowie eingeschlagen und ihm so mehrere Knochenbrüche zugefügt – auch mit einem Kochtopf. Dann zückte er ein Küchenmesser und stach wie von Sinnen zu.

Nach Meinung der Richter habe er damit seine Gewaltfantasien in der Tatnacht ausgelebt, die schreckliche Fotos von gefolterten und gequälten Menschen auf seinem Handy verrieten.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Zumindest der Anwalt des jüngeren Täter kündigte bereits Revision an.

Titelfoto: dpa/Bernd Settnik