Geheimplan: Stadt will BRN halbieren

Ordnungsamtschef Ralf Lübs (54) will die BRN stutzen.
Ordnungsamtschef Ralf Lübs (54) will die BRN stutzen.

Von Dirk Hein

Dresden - 1990 gestartet, ist die Bunte Republik Neustadt das deutschlandweit bekannteste Stadtteilfest Dresdens. Doch jetzt droht erneut Ungemach. Die Stadt will die riesige Straßenfete nahezu halbieren!

Ausgangspunkt war eine Sicherheitsanalyse im letzten Jahr. Im Auftrag der Stadt überflog eine Drohne das Party-Gebiet. Das Ergebnis: Viel zu viele Menschen drängten sich auf engem Raum.

Das Ordnungsamt, der Rettungsdienst und die Polizei zogen die Evakuierung des Knotenpunktes Rothenburger Straße/ Louisenstraße in Erwägung. Die Stadt nimmt das jetzt zum Anlass, die Bunte Republik radikal zu stutzen.

Letzte Woche stellten Ordnungsamts-Chef Ralf Lübs (54) und Ortsamtsleiter André Barth (49) hinter verschlossenen Türen die Pläne vor. MOPO24 liegt der aktuelle Arbeitsstand der Stadtverwaltung vor. Demnach wird es für den weggefallenen BRN-Lustgarten keine Ausgleichsfläche geben.

Teile der Martin-Luther-Straße sollen während der BRN komplett frei bleiben.
Teile der Martin-Luther-Straße sollen während der BRN komplett frei bleiben.

Mehr noch: Auf der Seifhennersdorfer Straße und auf Teilen der Martin-Luther-Straße und der Pulsnitzer Straße sollen überhaupt keine Aufbauten (Tresen, Bühnen, Tische etc.) mehr erlaubt sein. Große Teile der Louisenstraße, der Alaunstraße und der Böhmischen Straße sollen auf jeweils einer Straßenseite komplett frei bleiben.

Gastronomen auf dieser Seite dürften lediglich vorhandene Sondernutzungen (Außengastronomie) stehen lassen. Jährlich soll die jeweils andere Straßenseite frei bleiben.

Doch dagegen wächst der Protest: "Wenn beim Stadtfest Flächen wegfallen, unternimmt die Stadt alles, um Ausgleichsflächen zu beschaffen, bei der BRN wird lediglich gekürzt", ärgert sich Stadtrat Torsten Schulze (46, Grüne).

Seine Forderung: Die Stadt soll die Einschnitte soweit wie irgend möglich zurücknehmen und in einer Bürgerversammlung informieren. Das Rathaus selbst will sich nicht äußern.

Stadtsprecher Kai Schulz (41): "Das Thema BRN wird erst im Ortsbeirat behandelt. Danach wird das aktuelle Vorgehen für dieses Jahr feststehen."

Auch tagsüber ist es auf der BRN knackevoll. Die Stadtverwaltung will mehr Platz auf der Straße schaffen.
Auch tagsüber ist es auf der BRN knackevoll. Die Stadtverwaltung will mehr Platz auf der Straße schaffen.
Kämpft gegen Einschnitte bei der BRN: Stadtrat Torsten Schulze (46, Grüne).
Kämpft gegen Einschnitte bei der BRN: Stadtrat Torsten Schulze (46, Grüne).

Fotos: Thomas Türpe (3), Holm Helis (1)


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