Darum wurde die Versteigerung von Mommsens Nobelpreis-Medaille abgesagt

Die echte Medaille liegt seit 14 Jahren in Marbach. Darum kann das angebotene Stück nicht das Original sein, das Theodor Mommsen (kleines Bild) erhielt.
Die echte Medaille liegt seit 14 Jahren in Marbach. Darum kann das angebotene Stück nicht das Original sein, das Theodor Mommsen (kleines Bild) erhielt.  © dpa/dpa

New York/Marbach am Neckar - Nach einem Einwand des Deutschen Literaturarchivs in Marbach hat ein US-Auktionshaus die Versteigerung einer angeblichen Nobelpreismedaille von Theodor Mommsen abgesagt.

Bei dem Objekt handele es sich zwar um eine echte Nobelpreismedaille. Eine Untersuchung habe aber ergeben, dass es nicht die an Mommsen verliehene sei. Das sagte Eric Bradley, Sprecher des Auktionshaus Heritage Auctions am Mittwoch (Ortszeit) der Deutschen Presse-Agentur in New York.

Die Medaille sei aus der für Anfang Januar angekündigten Auktion zurückgezogen worden. Sie werde weiter untersucht und dann dem jetzigen Besitzer zurückgegeben.

Heritage Auctions hatte Ende November angekündigt, die Medaille am 6. Januar 2018 versteigern zu wollen. Als möglicher Auktionserlös waren rund 400.000 Dollar (rund 336.000 Euro) genannt worden.

Das Deutsche Literaturarchiv (DLA) in Marbach hatte daraufhin jedoch eingewandt, es könne sich dabei nicht um das Original handeln. Die 6,5 Zentimeter große und 200 Gramm schwere Originalmedaille liege seit 14 Jahren im klimatisierten Magazin für Bilder und Objekte. Die Familie Mommsen habe die Medaille 2007 dem Archiv in Marbach am Neckar als Stiftung überlassen. Zuvor hatte der "Südkurier" darüber berichtet.

Peter Mommsen, Urenkel des Historikers, sagte dem "Südkurier": "Die Familie Mommsen ist betroffen von dieser Dreistigkeit, ausgerechnet zum 200. Geburtstag Theodor Mommsens eine offensichtlich gefälschte Medaille auf den Markt bringen zu wollen."

Der deutsche Historiker Theodor Mommsen (1817-1903) hatte den Literaturnobelpreis 1902 für sein aus fünf Bänden bestehendes Hauptwerk "Römische Geschichte" erhalten.

Titelfoto: dpa/dpa


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