Mutmaßlicher Hochstaplerin droht Abschiebung nach Deutschland

New York - Der Prozess gegen die mutmaßliche Hochstaplerin Anna Sorokin aus Deutschland hat jetzt in New York begonnen.

Mit einem schwarzen Kleid trat Anna Sorokin vors Gericht.
Mit einem schwarzen Kleid trat Anna Sorokin vors Gericht.  © Richard Drew/AP/dpa

Beim Prozessauftakt am Mittwoch wirkt Sorokin gefasst, tupft sich aber Tränen aus den Augen, währen Verteidiger Todd Spodek ihr Mut zu machen scheint. Im schwarzen Kleid und Absatzschuhen ist sie in den Gerichtssaal gekommen, ein Polizist entfernt zur Sitzung ihre Handschellen.

Im Fall einer Verurteilung droht ihr eine jahrelange Haftstrafe. Unabhängig vom Urteil könnte sie nach Deutschland abgeschoben werden, da sie ihr 90 Tage gültiges Visum für die USA nach Angaben der Polizeibehörde ICE bereits überzogen hat.

Von einem "kalkulierten System, um ihren Opfern ein Gefühl von Sicherheit zu geben", spricht Staatsanwältin Kaegan Mays-Williams. Mal habe Sorokin Freunden gesagt, ihre Kreditkarte vergessen zu haben, mal habe sie deutsche Feiertage oder die Zeitverschiebung für eine ausbleibende Überweisung verantwortlich gemacht.

"Die Angeklagte gab allen und allem die Schuld außer sich selbst", sagt Mays-Williams.

Die Geschichte der Deutschen soll offenbar von Hollywood verfilmt werden.
Die Geschichte der Deutschen soll offenbar von Hollywood verfilmt werden.  © Richard Drew/AP/dpa

Verteidiger Spodek hält dagegen. "Anna hat für ihren Weg gezahlt - und wenn sie das nicht konnte, tat es jemand anders." Die Welt stecke voller Heuchler, sagt Spodek. Sorokin sei im Alter von 25 Jahren "quietschfidel" nach New York gekommen und habe sich nach diesem Grundsatz einfach neu erfunden, als sie "mit all den richtigen Leuten an all den richtigen Orten" zusammenkam.

Eine Straftat habe sie nie begangen. Auch Frank Sinatras Hymne auf die Weltstadt zitiert Spodek: "Wenn ich es dort schaffen kann, schaffe ich es überall."

Ob Sorokin Reue spürt? Sicher habe sie einige Dinge falsch gemacht, sagte sie dem "New York Magazine" - "das mindert aber nicht die hundert Dinge, die ich richtig gemacht habe".

Der spektakuläre Fall hat längst das Interesse Hollywoods geweckt: TV-Produzentin Shonda Rhimes ("Grey's Anatomy") will die Geschichte für Netflix in eine Serie verwandeln, parallel ist ein Titel mit Jennifer Lawrence oder Margot Robbie als Sorokin in der Hauptrolle im Gespräch. Glaubt man Medienberichten, hat Sorokin auch dort bereits die Finger im Spiel.

Titelfoto: Richard Drew/AP/dpa


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