Frau lässt lebenserhaltende Geräte ihres Bruders abstellen, doch dann der große Schock

New York - Ohne Vorwarnung klingelte im Juli 2018 plötzlich das Telefon der New Yorkerin Shirell Powell. Die Frau dachte an nichts Böses, doch was ihr die Mediziner am anderen Ende der Leitung mitteilten, war ein Schock für die heute 48-Jährige.

Shirell Powell dachte, dass sie die lebenserhaltenden Geräte ihres Bruders abschalten lässt. Doch es war stattdessen jemand anderes im Krankenbett. (Symbolbild)
Shirell Powell dachte, dass sie die lebenserhaltenden Geräte ihres Bruders abschalten lässt. Doch es war stattdessen jemand anderes im Krankenbett. (Symbolbild)  © 123RF

Die Ärzte sagten ihr, dass ihr Bruder Frederick Williams ins St. Barnabas Hospital eingeliefert wurde. Er hatte offenbar eine Überdosis Drogen genommen.

Sofort machte sich die Frau aus Brooklyn ins New Yorker Krankenhaus auf. Im Krankenbett fand sie dann einen Mann vor, am Leben gehalten von verschiedenen Gerätschaften.

"Er hatte Schläuche im Mund, eine Halskrause. Er war etwas im Gesicht geschwollen", sagte die Frau in einem Interview gegenüber der "New York Post".

Die Ärzte vermittelten ihr schnell, dass das Gehirn des Mannes durch den Drogenkonsum stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Nur zwei Tage nach der Diagnose erklärten ihn die Experten für hirntot.

Eine schreckliche Nachricht für Shirell, die jetzt zusätzlich noch eine schwere Entscheidung treffen musste: Geräte abschalten oder nicht?

"Das war mein kleiner Bruder, es war wirklich schmerzhaft. Ich war besorgt, verletzt, weinte, schrie und rief jeden an. Es war ein schreckliches Gefühl."

Sie entschied sich schweren Herzens das Leiden ihres Bruders zu beenden. Die Mediziner leiten den Vorgang ein, kurze Zeit später stirbt der Mann.

Zusammen mit den Kindern ihres Bruders und weiteren Familienmitgliedern plante Shirell bereits die Beerdigung, als erneut das Telefon klingelte. Was sie dann erfuhr, lässt sie bis heute nicht schlafen.

Mann im Krankenbett war nicht Shirell Powells Bruder

Der Mann im Krankenbett war nicht ihr Bruder. Zwar habe er nahezu den gleichen Namen, doch ihr Familienmitglied sitze stattdessen in Untersuchungshaft. "Ich wurde fast ohnmächtig, weil ich jemanden getötet habe, den ich noch nicht einmal kannte. Ich gab meine Zustimmung", wird die Frau in der New York Post zitiert.

Ihr richtiger Bruder war ein paar Wochen vorher im Krankenhaus stationiert gewesen. Der Mann, den sie für ihren Bruder hielt, war ebenfalls Afroamerikaner, 40 Jahre alt und sah fast so aus wie er. Durch die Schwellungen war eine genaue Zuordnung schwer. Powell wurde kontaktiert, weil ihr Bruder bei seinem Aufenthalt ihre Nummer hinterlegt hatten. Die Ärzte hielten den Mann für ihren Bruder, deswegen riefen sie sie an.

Shirell Powell ist seit dem Vorfall in psychologischer Betreuung. Sie hat inzwischen das Krankenhaus wegen der Verwechslung verklagt.


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