Schwere Vorwürfe gegen Tom Cruise: Misshandelte er Scientology-Mitglieder?

New York - Schauspieler Tom Cruise (56) ist das wohl bekannteste Gesicht der Sekte Scientology. Seiner Beliebtheit hat das bisher nicht merklich geschadet. Doch das könnte sich mit den neuesten Vorwürfen ändern.

Leah Remini war 35 Jahre Scientologin.
Leah Remini war 35 Jahre Scientologin.  © DPA

Diese erhebt keine Geringere als Leah Remini (49). Die Schauspielerin, die viele aus der US-Sitcom "King of Queens" kennen dürften, war selbst 35 Jahre lang Mitglied bei Scientology, bis sie vor zwei Jahren ausstieg. Im Interview mit "Daily Beast" packt die Schauspielerin nun über die Rolle von Cruise aus.

"Scientologen wird gesagt, dass Tom Cruise die Welt im Alleingang rettet, also wird er als eine Gottheit innerhalb der Scientology angesehen. Er ist der zweite nach David Miscavige, dem Retter der freien Welt. Tom wird von den Mitarbeitern sogar als 'Mister Cruise' bezeichnet", sagte Remini.

Und diese Machtposition scheint der 56-Jährige auszunutzen. Das zumindest behauptet Remini: "Die Leute denken, dass er ein unschuldiges Opfer bei all dem ist. Die meisten Scientologen sind das auch. Was Tom betrifft, ist das ganz anders." Er gehöre zum innersten Zirkel.

Das bedeutet: "Er ist sich der Missbräuche bei Scientology sehr bewusst. Er ist sogar ein Teil davon." Wie Remini berichtet, habe ihm die enge Freundschaft mit Miscavige gewisse Einblicke in die internen Operationen der Sekte verschafft, die andere Mitglieder nicht besitzen.

Remini ist überzeugt, dass Cruise von der Vorliebe für körperliche Züchtigung bei Scientology weiß, ja, sie womöglich auch selbst praktiziert. Schließlich sei er nicht "in der gleichen Kategorie wie der durchschnittliche Scientologe".

Sekten-Aussteigerin Leah Remini attackiert Cruise

Tom Cruise hält der Sekte bis heute die Treue.
Tom Cruise hält der Sekte bis heute die Treue.  © DPA

"Er ist der beste Freund von David Miscavige, also ist er in die Strafen eingeweiht, die dieser verhängt hat", erklärt Remini. Aus internen Kreisen der Sekte wisse sie, "dass Miscavige den Mitarbeitern der Gold Base ständig gedroht hat, Cruise dorthin zu bringen, um ihnen in den Arsch zu treten".

Bei der Gold Base handelt es sich um das Sekten-Hauptquartier. Es ist die Schaltzentrale von Scientology, 160 Kilometer östlich von Los Angeles. Auf dem Gelände leben und arbeiten rund 750 Mitglieder. Das Areal ist strengstens abgesichert und wird nonstop überwacht.

Remini zählt seit 2013 zu den schärfsten Kritikern der Sekte. Der "King of Queens"-Schauspielerin ist der Austritt vor zwei Jahren allerdings schwer gefallen. "Die Entscheidung zu gehen, bedeutet: Du gibst alles auf, wofür du in deinem Leben gearbeitet hast", kommentierte sie ihren Entschluss einst.

Doch der Ausstieg war bitternötig. "Mit der Zeit verlierst du den Bezug zur Realität. In deinem Kopf heißt es schließlich: Wir gegen sie", sagte Remini zu ihrer Zeit in der Organisation, die sich selbst als Kirche bezeichnet und von Kritikern als gefährliche Sekte angesehen wird.

Remini spielte in neun Staffeln die Ehefrau des "King of Queens"-Hauptdarstellers Kevin James. Sie war als Kind über ihre Mutter, eine gebürtige Österreicherin, in die Organisation gekommen.

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