Das Handy ist schuld: 38 Mal mehr Verletzungen als vor 13 Jahren!

Newark (USA) - Eine Studie untersucht seit 20 Jahren Verletzungen im Gesicht und am Nacken, die infolge von Handys auftraten.

Ein Mann schreibt eine Nachricht auf seinem Smartphone (Symbolbild).
Ein Mann schreibt eine Nachricht auf seinem Smartphone (Symbolbild).  © 123RF/nehru

Forscher von der Rutgers New Jersey Medical School erklärten in ihrer Studie, dass es heute wesentlich mehr Verletzungen gibt, die durch Smartphones und Handys verursacht werden, als noch vor 20 Jahren. Die langwierige Untersuchung wurde am Donnerstag in der Fachzeitschrift JAMA Otolaryngology (deutsch: Oto-Rhino-Laryngologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde) veröffentlicht.

Überraschend ist dieser Umstand zwar nicht, wenn man bedenkt, dass vor 20 Jahren kaum jemand Handys nutzte.

Jedoch sind die Zahlen alarmierend und ein Zeichen dafür, dass sich Nutzer der technischen Gerätschaften viel zu leicht potenziellen Gefahren aussetzen.

Der Forscher Roman Povolotskiy und sein Team, in dem Nakul Gupta und Adam Leverant einen wesentlichen Teil beitrugen, leiteten die Untersuchung und teilten am Donnerstag mit, dass die Anzahl an Verletzten allein in den 100 zufällig ausgewählten Krankenhäusern auf jährlich insgesamt 2501 stieg.

Auf das ganze Land hochgerechnet wären das sogar 76.043! Im Jahr 2006 waren es 2000 im ganzen Land - das entspricht einem 38-fachen Anstieg!

Verletzungen sind vielseitig

Am sichersten sind Handys, wenn sie auf dem Tisch liegen (Symbolbild).
Am sichersten sind Handys, wenn sie auf dem Tisch liegen (Symbolbild).  © 123RF/Lennart Worthmann

Am häufigsten verletzten sich die unfreiwilligen Studienteilnehmer am Kopf. Jede dritte Verletzung (33,1 Prozent) spielte sich rund um das Gesicht ab.

Fast genauso viele (32,7 Prozent) verletzten sich genau im Gesicht. Oft waren da ein Augenlid, die Partie um die Augen oder die Nase betroffen. Bis zum Nasenbruch wurde alles diagnostiziert.

12,5 Prozent schafften es, sich am Hals mit dem Smartphone zu verletzen.

Unter den Verletzungsdiagnosen waren Schnittwunden (26,3 Prozent) und Prellungen (24,5 Prozent) am häufigsten vertreten.

Fast jeder Fünfte (18,4 Prozent) erlitt innere Organverletzungen.

Povolotskiy teilte weiterhin mit, dass sich deutlich mehr junge Menschen verletzen würden, als ältere.

So soll die Altersgruppe der 13- bis 29-Jährigen mehr als die Hälfte aller Verletzten (60,3 Prozent) ausmachen.

Gründe für Verletzungen sind vielfältig

Joggen mit dem Handy in der Hand: laut der Forscher ein großes Problem (Symbolbild).
Joggen mit dem Handy in der Hand: laut der Forscher ein großes Problem (Symbolbild).  © 123RF/Dean Drobot

Die Forscher gaben in ihrer Studie bekannt, dass es viele verschiedene Gründe für die Verletzungen gibt. Nicht immer machen die Augen schlapp, weil man zu nah am Bildschirm ist.

So wurden manche verletzt, weil sie von einem Handy getroffen worden, als es als Wurfgeschoss eingesetzt wurde. Andere wiederum wurden Opfer technischer Defekte.

Aber das größte Risiko beim Smartphonegebrauch soll die Unaufmerksamkeit sein: "Viele dieser Verletzungen traten im Zusammenhang mit häufigen Aktivitäten, wie beispielsweise dem Schreiben von Textnachrichten während des Gehens auf", so Forscher Roman Povolotskiy.

Prellungen, Brüche und Kratzer resultieren ihm zufolge oft, weil die Handy-Nutzer an einer Bordsteinkante stolpern und gegen andere Menschen oder Gegenstände, wie etwa Straßenschilder, laufen.

Der Forscher will nun deshalb Aufklärungsarbeit leisten und "Patienten über die Vermeidung von Verletzungen und die Gefahren von verschiedenen Tätigkeiten während der Verwendung dieser Geräte informieren."

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