Nichts ist vor ihnen sicher: Raubtier-Invasion in Dresden!

Warnt vor der Waschbären-Invasion: Jagdpächter und 
Stadtjäger Hartmuth Geschke (56).
Warnt vor der Waschbären-Invasion: Jagdpächter und Stadtjäger Hartmuth Geschke (56).  © Steffen Füssel

Dresden - Waschbären-Invasion in Dresden! Die Allesfresser fallen auf der Suche nach Nahrung in Vorgärten, Dachböden und sogar Wohnhäuser ein, durchwühlen Abfalltonnen, plündern Hühnerställe. Und es werden von Jahr zu Jahr mehr.

Nichts ist vor ihnen sicher. Waschbären können schwimmen und klettern, kommen so an Nester mit Eiern heran, fressen sogar Vögel.

"Bei uns hat‘s in der Nacht gescheppert, am nächsten Morgen war eins unserer fünf Hühner tot", klagt eine Anwohnerin am Wilden Mann. Jagdpächter Hartmuth Geschke (56) begutachtet den Riss: "Das war ein Waschbär! Die kennen keine Grenzen, sind sehr neugierig. Wo sie rein kommen, wird geplündert."

Der Stadt-Jäger hat in seinem Revier im Dresdner Norden bereits acht Lebendfallen aufgestellt - die meisten auf Privatgrundstücken, nachdem ihn Anwohner alarmiert hatten. "Die Waschbären durchwühlen nicht nur Mülltonnen. Sie dringen sogar in Wohnhäuser ein, klettern durch Katzenklappen, fressen das Futter", warnt Geschke. Fast täglich findet er die Allesfresser in seinen Fallen - 25 in den letzten sechs Wochen.

Ein gewohntes Bild: Ein Waschbär tappte in eine der Lebendfallen des 
Jägers.
Ein gewohntes Bild: Ein Waschbär tappte in eine der Lebendfallen des Jägers.

"Waschbären sind vorwiegend im Dresdner Norden unterwegs. Mittlerweile aber haben sie sich im gesamten Stadtgebiet ausgebreitet", sagt Stadtsprecher Karl Schuricht (57). "Die Jäger in Dresden sind für die Bejagung der Waschbären sensibilisiert und führen dies soweit wie möglich durch."

Das Problem: Von 700 registrierten Jägern sind nur rund 70 aktiv. Zu wenig, um die sich massenhaft vermehrenden Tiere aufzuhalten (siehe Kasten). Und gerade mal 15 Jäger kümmern sich um die Waschbärfallen - so wie Hartmuth Geschke.

"Nur wenn die Waschbären gestört werden, können wir die Plage eindämmen." Wer sie auf dem Grundstück hat, sollte sich an die städtische Jagdbehörde wenden (Tel. 0351/488-5929), dann eine Falle aufstellen lassen.

Die gefangenen Waschbären werden erschossen, landen beim Tierpräparator oder der Tierkörperbeseitigung.

Nachts schepperte es, am Morgen war das Huhn tot - getötet von einem Waschbären.
Nachts schepperte es, am Morgen war das Huhn tot - getötet von einem Waschbären.  © Steffen Füssel

Knapp 40 Prozent Anstieg

Der Waschbär ist in Nordamerika heimisch. In Mitteleuropa hat er keine Fressfeinde! Auch darum explodiert die Population. 2011 wurden in Dresden 20 Tiere erlegt, 2013 bereits 69 und im letzten Jagdjahr 2016 schon 146! Für dieses Jahr rechnen Behörden und Jäger mit einem erneuten Anstieg! Denn seit 2009 steigt die Population im Vergleich zum Vorjahr um satte 38 Prozent an - und zwar im gesamten Freistaat! Vor 20 Jahren wurden in Sachsen gerade mal fünf Waschbären zur Strecke gebracht. Im letzten Jahr waren es 11.191 Stück ...

Waschbären sehen zwar niedlich 
aus. Doch die Allesfresser ohne natürlichen Feinde verbreiten sich rasant, 
dringen auch in Wohnhäuser ein.
Waschbären sehen zwar niedlich aus. Doch die Allesfresser ohne natürlichen Feinde verbreiten sich rasant, dringen auch in Wohnhäuser ein.

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