"Zuhause bin ich nicht so": VfB-Interimscoach Willig über seine Emotionen

Stuttgart - Der Interimstrainer des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart, Nico Willig, hat vor dem Spiel gegen Hertha BSC am Samstag (15.30 Uhr/Sky) über seine starken Emotionen an der Seitenlinie gesprochen.

VfB Stuttgart-Interimscoach Nico Willig (links im Bild) stören die Gerüchte um die Trainernachfolge nicht, die Vereinbarung mit Sportvorstand Thomas Hitzlsperger (rechts im Bild) sei klar.
VfB Stuttgart-Interimscoach Nico Willig (links im Bild) stören die Gerüchte um die Trainernachfolge nicht, die Vereinbarung mit Sportvorstand Thomas Hitzlsperger (rechts im Bild) sei klar.  © DPA

"Zuhause bin ich nicht so", gab der 38-Jährige am Donnerstag in Stuttgart verschmitzt zu. Das finde in der "Emotionalität eines Spiels" statt. Willig war beim 1:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach (TAG24 berichtete) sehr aktiv an der Seitenlinie, sein Jubel erinnerte fast schon an sein Vorbild Jürgen Klopp.

Er habe sich danach natürlich die Bilder angesehen und musste bei deren Anblick sichtlich überrascht durchschnaufen. Willig ergänzte jedoch: "Andererseits, was gibt es Schöneres, als ein Tor zu schießen und das Spiel zu gewinnen?"

Dann würde das, "wofür man die ganze Woche arbeitet und Energie reinhaut" diese Emotionen entstehen lassen und das sei wiederum etwas sehr Positives. Geht es nach dem Tübinger, dürfe dies auch am kommenden Samstag in Berlin gerne wieder so sein.

Es wird gespannt sein, zu beobachten, ob Willig gegen Hertha BSC wieder ein paar taktische Kniffe wie beim 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach parat hat. Personell sieht es zumindest sehr gut aus.

"Christian Gentner hat komplett trainiert und wird am Samstag im Kader stehen.", freut sich Willig. Dazu haben Timo Baumgartl und Erik Thommy bei der U21 gespielt und seien jetzt "in einem besseren Rhytmus", was zusätzliche Flexibilität bedeutet. Nur bei Steven Zuber sehe es nach wie vor nicht gut aus.

"Doktor Willig" will Patient VfB wieder gesund machen

Nico Willig jubelte beim 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach ausgelassen an der Seitenlinie.
Nico Willig jubelte beim 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach ausgelassen an der Seitenlinie.  © DPA

Trotz der immens wichtigen drei Punkte im Abstiegskampf, sei der "Patient" VfB Stuttgart nun zwar nicht mehr auf der Intensivstation, aber immerhin noch auf der Krankenstation.

Für "Doktor Willig" sei die Krankenstation aber immer noch ein Ort, an dem man sehr behutsam vorgehen müsse.

"Es ist keine Zeit für Blödsinn. Es geht nur darum, alles zu investieren, um wieder gesund zu werden. Und das hat der Doktor Willig seinen Spielern regelmäßig gesagt und versucht das auch vorzuleben.", so der sichtlich gut gelaunte VfB-Interimstrainer auf der Pressekonferenz am Donnerstag.

Die Diskussionen um die Trainernachfolge in Cannstatt (TAG24 berichtete) berühren ihn derzeit nicht. Der Fokus gelte rein dem kommenden Spiel und dem großen Ziel Klassenerhalt.

Dennoch gab Willig zu, nach dem Erfolg gegen die Fohlen "Blut geleckt" zu haben. Doch seine Tätigkeit als Interimscoach bis zum Saisonende sei mit VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger eine "ganz klare Vereinbarung", an der es aktuell nichts zu rütteln gäbe.

An der Mercedesstraße hofft allerdings jeder Brustringträger, dass der 38-Jährige am Samstag im Berliner Olympiastadion wieder seinen Emotionen freien Lauf lassen kann. Der Willig-Effekt soll Bestand haben.

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