Letzte Patrone: So will Willig den VfB Stuttgart retten

Stuttgart - Er ist die letzte Patrone des VfB Stuttgart im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga: Nico Willig übernahm am Samstag nach der 0:6-Horror-Pleite gegen Augsburg (TAG24 berichtete) das Traineramt des entlassenen Markus Weinzierl.

Musste nach der Pleite gegen Augsburg seine Tasche beim VfB packen: Markus Weinzierl.
Musste nach der Pleite gegen Augsburg seine Tasche beim VfB packen: Markus Weinzierl.

"Emotionen", "Energie" und "Power", will er wieder in die Mannschaft bringen, so Willig bei seiner ersten Pressekonferenz als Cheftrainer des VfB.

Der 38-Jährige präsentierte sich selbstsicher, obwohl er vorher noch nie im Profigeschäft tätig war.

Seit 2016 ist er zwar beim VfB unter Vertrag, trainierte dort aber nur die Jugendmannschaften von U16 bis U19.

Einen Unterschied zur Leitung der Profimannschaft will Willig nach den ersten Tagen nicht feststellen.

Egal ob in der Kabine oder auf dem Trainingsplatz: Er fühle sich wohl in der Rolle und verspüre große Lust die Herausforderung zu meistern, so der gebürtige Tübinger.

Eins seiner Vorbilder ist übrigens der aktuelle Liverpool-Trainer Jürgen Klopp. Vor allem "wie er mit den Medien spielt", beeindruckt den Interimscoach, der sich selbst schon sehr sicher im Gespräch mit den Medien zeigte.

Bei seinem ersten Training als Interimscoach des VfB Stuttgart: Nico Willig.
Bei seinem ersten Training als Interimscoach des VfB Stuttgart: Nico Willig.

Auffällig: Auf der Pressekonferenz wählte er seine Worte nach längeren Denkpausen sehr bedacht.

Er ist kein Phrasendrescher, sondern lässt tief blicken, wie er den VfB zum Klassenerhalt führen möchte.

So will er nicht wie sein Vorgänger Weinzierl mit verzweifelter Offensive ins Verderben rennen.

Sondern seine Elf solle mit "Aktivität" von vorne bis hinten den ganzen Rasen beackern, verriet Willig.

Gelingt es die sogenannten "Basics" umzusetzen, dann ist die Mannschaft in der Lage "mehrere Gesichter" zu zeigen, so der VfB-Interimstrainer.

Einziges Manko: Die Mannschaft ist nach der 0:6-Pleite am Boden und Willig bleiben nur mickrige vier Partien, um sich zumindest in die Relegation zu retten.

Um sie aus der Depression herauszuholen, redet der Tübinger viel mit seinen neuen Schützlingen. Er versucht Signale an die Mannschaft zu senden, die sie bereits am Samstag beim Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach auf den Rasen bringen muss. Mit welchem Personal Willig sein Bundesliga-Debüt angehen will, ließ er noch offen. "Veränderungen wird es geben", so der 38-Jährige.

Sogar Holger Badstuber, der seit Wochen keine Rolle mehr spielt, könnte eine Option sein. Er zeigte sich zuletzt im Training besonders motiviert. Solche Reaktionen hat man sich nach dem Trainer-Wechsel beim Verein für Bewegungsspiele erhofft. Jetzt müssen diese neuen Impulse nur noch in Zählbares umgemünzt werden.

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