Aus Rache für Nidal R. Handgranate in Bar geworfen: Jetzt ist das Urteil gefallen

Berlin - Sie warfen eine Handgranate in eine Bar, um sich für tödliche Schüsse auf ihren Verwandten, den Intensivtäter Nidal R., zu rächen: Sieben Monate nach dem Sprengstoffanschlag in Berlin-Kreuzberg sind zwei junge Männer zu Jugendstrafen verurteilt worden.

Ein Polizeiwagen steht vor dem Wandbild des ermordeten Nidal R.
Ein Polizeiwagen steht vor dem Wandbild des ermordeten Nidal R.  © DPA

Vier Jahre Haft verhängte das Landgericht am Mittwoch gegen einen 20-Jährigen. Zwei Jahre und sechs Monate Haft erhielt ein 21-Jähriger. Nachdem der 21-Jährige ein Loch in die Fensterscheibe des Lokals geschlagen hatte, habe der 20-Jährige eine entsicherte Handgranate in die Bar geworfen, begründeten die Richter. Sie hätten mit der Tat im Oktober 2018 Rache nehmen wollen und sich über das Gesetz gestellt.

Beide Angeklagte wurden der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie der Sachbeschädigung schuldig gesprochen, der 20-Jährige zudem des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie gegen das Waffengesetz. "Die Tat hatte erhebliches Gefährdungspotential für Menschen und Sachen", so das Gericht. In das Urteil gegen den 20-Jährigen wurden frühere Strafen einbezogen.

Die Angeklagten hatten gestanden und erklärten, nach der Tötung ihres Cousins Nidal R. "etwas tun" wollen. Der 36-Jährige, ein Intensivtäter aus einer arabischstämmigen Großfamilie, war im September 2018 von bislang unbekannten Tätern erschossen worden.

Handwerker übermalen das Wandbild des Intensivtäters.
Handwerker übermalen das Wandbild des Intensivtäters.  © DPA

Titelfoto: DPA

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