Kampf gegen Clans: Bei minderjährigen Kriminellen notfalls Sorgerecht entziehen

Berlin - Am 09. September wurde der Intensivstraftäter Nidal R. auf offener Straße erschossen - vor den Augen seiner Familie. Seitdem wird eine Eskalation zwischen verfeindeten Clans befürchtet. Die Politik rätselt, wie sie in Zukunft gegen kriminelle Großfamilien vorgehen sollte.

Zur Beerdigung kamen zahlreiche Trauergäste nach Schöneberg.
Zur Beerdigung kamen zahlreiche Trauergäste nach Schöneberg.  © DPA

Auch die Berliner AfD hat sich ihre Gedanken gemacht. Sie habe einen Eingriff in kriminelle Strukturen gefordert. Es gebe Kinder, die schon mit acht oder neun Jahren kriminell auffällig werden, sagte der innenpolitische Sprecher Karsten Woldeit am Dienstag. Da solle eingegriffen werden. Auch der Entzug des Sorgerechts solle dabei ein probates Mittel sein.

Die Oppositionsfraktion legte ein Papier mit Vorstellungen zur Bekämpfung der Clan-Kriminalität vor. Zur Verantwortung gezogen werden können Kinder erst ab 14 Jahren, zuvor sind sie strafunmündig.

Nach AfD-Vorstellungen soll der Bereich für Organisierte Kriminalität im Landeskriminalamt mit rund 50 Ermittlern verstärkt und neue Kommissariate gebildet werden.

Familienmitglieder, die sich ihren Clans entziehen wollen, müssten mit einem Aussteigerprogramm unterstützt werden.

In Berlin gebe es gefestigte, abgeschottete arabischstämmige oder türkische Großfamilien, deren kriminelle Mitglieder immer wieder durch spektakulären Straftaten auffielen, so Woldeit.

Den Berliner Ermittlungsbehörden waren in den vergangenen Monaten mehrere spektakuläre Schläge gegen kriminelle Mitglieder von Großfamilien gelungen (TAG24 berichtete).

Immobilien wurden beschlagnahmt, es gab Durchsuchungen. Nach dem Tod des Mehrfachkriminellen Nidal R., der von bislang Unbekannten erschossen wurde, befürchten die Ermittlungsbehörden Racheakten verfeindeter Clans (TAG24 berichtete).

Titelfoto: DPA


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