Mediziner schlagen Alarm: Chemotherapie kann Krebswachstum beschleunigen

Blick auf die Bildschirmdarstellung einer Magnetresonanz-(MR)-Mammographie. Deutlich sichtbar ein winziger Tumor bei einer Patientin. Brustkrebs gilt als häufigste Krebserkrankung bei Frauen.
Blick auf die Bildschirmdarstellung einer Magnetresonanz-(MR)-Mammographie. Deutlich sichtbar ein winziger Tumor bei einer Patientin. Brustkrebs gilt als häufigste Krebserkrankung bei Frauen.  © Jan-Peter Kasper dpa/lth

Amsterdam - Haben hunderttausende Frauen das Falsche getan, als sie sich nach der Diagnose Brustkrebs für eine Chemotherapie entschieden haben? Eine neue US-Studie deutet darauf hin, dass diese Frage mit "Ja" beantwortet werden kann, berichtet die "Welt".

Denn nach neuesten Erkenntnissen sind die bisherigen Therapien oft zu heftig! Insbesondere die Chemotherapie mit aggressiven Zytostatika setzt vielen Patientinnen zu.

70.000 Frauen erkranken allein in Deutschland pro Jahr an Brustkrebs. Zum Glück können 80 Prozent von ihnen geheilt werden. Doch Krebsexperten hinterfragen zunehmend, ob die gewählten Mittel die richtigen sind.

Gegenüber "Welt" sagte der niederländische Brustkrebsspezialist Emiel Rutgers (51) von der Universität Amsterdam, dass Frauen länger leben und die Rückfallraten sinken, wenn die Behandlung schonender ausfällt.

Würde sich diese Einschätzung bewahrheiten, dann wäre sie ein Schock für hunderttausende Frauen: Der Experte vermutet, dass Brustamputationen unnötig seien, da sich die Metastasen danach oft in anderen Körperregionen ansiedeln.

Und dann hat der Experte noch einen weiteren Tipp: Man solle winzige Tumore erstmal in Ruhe lassen und beobachten. Manche machen ein Leben lang keine Beschwerden!

Zur Zeit steht Emiel Rutgers mit seiner Meinung noch recht einsam da, jedoch könnte sich das nun durch die neue US-Studie ändern!

Zwar war es nur eine kleine Studie mit 20 Patientinnen, jedoch zeigte sich darin, dass die Chemotherapie vor einer Brustkrebs-OP zwar den Tumor erfolgreich schrumpft, jedoch gleichzeitig dazu beiträgt, dass Krebszellen sich im Körper ausbreiten und Metastasen bilden können!

Beeinträchtigt eine Chemotherapie also wirklich die Heilungschancen vor einer Brust-Op negativ? Hoffentlich folgen bald größere Studien die Klarheit bringen.

Titelfoto: Jan-Peter Kasper dpa/lth


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