Ostdeutsche Urnen am niederländischen Nordseestrand angespült: Panne kein Einzelfall?

Sternberg/Greifswald - Drei zur Seebestattung vorgesehene Urnen aus dem Greifswalder Krematorium sind an der niederländischen Nordseeküste bei Noordwijk angespült worden (TAG24 berichtete). Die Reederei Trip Scheepvaart gestand die peinliche Panne. Wie sicher sind Seebestattungen und vor allem, kommen solche Vorfälle tatsächlich häufiger vor als wir denken?

Ein Seebestatter lässt in Höhe der ostfriesischen Insel Wangerooge eine Urne aus Muschelkalk in die Nordsee hinab. (Symbolbild)
Ein Seebestatter lässt in Höhe der ostfriesischen Insel Wangerooge eine Urne aus Muschelkalk in die Nordsee hinab. (Symbolbild)

Torsten Lange, Vorsitzender vom Bestatterfachverband Mecklenburg-Vorpommern e.V., kann besorgte Angehörige beruhigen. Es sei ein Ausnahmefall gewesen, meint Lange gegenüber dem Nordkurier.

Doch er räumte auch ein, dass es in der Vergangenheit vereinzelt zu vergleichbaren Fällen wie auf der Nordsee kam. So seien nicht vorschriftsgemäße Urnen wieder aufgetaucht und an den Stränden der deutschen Ostsee gespült worden.

Doch trotz dieser Panne wird die Nachfrage nach Seebestattungen weiter steigen, meint Andreas Neumann von der Reederei Teßnow in Peenemünde. Bereits jetzt kommt es im Jahr zu über 250 Beisetzungen auf dem Wasser.

"Da musste doch jeder schmunzeln"

Nicht so recht glauben mag Neumann allerdings die Erklärung seitens niederländischen Reederei. Der nasse Karton mit den Urnen sei einem Mitarbeiter von der Reling ins Meer gerutscht, sagte Silvia Roos von der Reederei der dpa. "Der Vorfall ist uns sehr unangenehm."

Die Greifswalder Vize-Oberbürgermeisterin Jeannette von Busse (39, CDU) zeigte sich nach Bekanntwerden besonders verärgert. "Ich bin schockiert, wie mit den Urnen umgegangen wurde und kann mir nicht erklären, wie sie über Bord geraten konnten." So etwas dürfe einfach nicht passieren, erklärt Neumann.

Nach Angaben der Polizei in Anklam stammen die Toten aus Vorpommern. Die Staatsanwaltschaft prüfe eine mögliche Störung der Totenruhe, sehe aber derzeit keinen Ansatzpunkt für Ermittlungen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.


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