Weil er Rinder, Ponys und ein Alpaka riss: Wolf darf auch weiterhin abgeschossen werden

Nienburg/Hannover - Die Genehmigung zum Abschuss eines Problemwolfes im Landkreis Nienburg (TAG24 berichtete) ist um einen Monat verlängert worden. Die Erwartung sei, dass die Tötung zügig erfolge, teilte das niedersächsische Umweltministerium mit.

Auf einer Weide von Herbert Olasón, dem Inhabers eines Islandpferde-Gestüts, wurde eine acht Monate alte Stute von einem Wolf gerissen.
Auf einer Weide von Herbert Olasón, dem Inhabers eines Islandpferde-Gestüts, wurde eine acht Monate alte Stute von einem Wolf gerissen.  © DPA

"Wir werden sicherstellen, dass das richtige Tier entnommen wird", sagte Umweltminister Olaf Lies am Donnerstag im Landtag in Hannover. Der Rüde mit der Kennung GW717m muss jetzt bis zum 31. März zur Strecke gebracht werden. Die bisherige Frist lief am 28. Februar ab.

Das zum Abschuss freigegebene Tier sei an optischen Merkmalen zu erkennen, erklärte der SPD-Politiker. "Zu dem weiteren Verfahren werde ich mich nicht äußern." Angesichts der Emotionalität im öffentlichen Streit um den Wolf gehe es auch darum, "die Leute zu schützen, die das machen".

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hatte nach einer Klage von Naturschützern bestätigt, dass das problematische Raubtier abgeschossen werden darf.

Die Gefahr weiterer Risse von geschützten Nutztieren und der Weitergabe problematischer Jagdtechniken bestehe weiterhin, hieß es zur Begründung.

Bis Ende März darf der Problemwolf noch geschossen werden.
Bis Ende März darf der Problemwolf noch geschossen werden.  © DPA

Auf das Konto des sogenannten Rodewalder Leitrüden gehen Risse von Rindern, Ponys und einem Alpaka. Sein Territorium erstreckt sich auch auf Teile der Region Hannover und des Heidekreises. GW717m überwand Lies zufolge mindestens 17 Mal wolfsabweisende Zäune, mehrfach in Höhe von 0,9 und einmal in 1,1 Meter Höhe.

In Schleswig-Holstein wurde vor kurzem die Frist zum Abschuss eines anderen Problemwolfes ebenfalls verlängert. Mit einer Bundesratsinitiative will Niedersachsen gemeinsam mit Brandenburg und Sachsen eine Antwort auf den künftigen Umgang mit dem Tier finden. Dazu zähle die Regulierung der Population.

"Die Menschen wollen von mir wissen, wie viele Wölfe es sein werden", sagte Minister Lies. "Das kann nur der Bund definieren." Zwischen Harz und Nordsee sind es derzeit 22 Rudel, die Landesjägerschaft geht von insgesamt rund 250 Wölfen aus.

Lies räumte in der Landtagsdebatte ein, dass die Ausstattung der Wölfe im Land mit Sendern bisher nicht geklappt habe. "Ich mache das nicht selber", sagte er. Die Tierärztliche Hochschule Hannover sei mit im Boot. Mittlerweile liege auch die tierschutzrechtliche Genehmigung für Schlingfallen vor. "Ich bin optimistisch, dass wir in nächster Zeit Tiere fangen und besendern."

Erstmals war im April 2016 ein Wolf in Niedersachsen mit behördlicher Genehmigung abgeschossen worden, weil er einen Hund angegriffen und zu wenig Scheu vor Menschen gezeigt hatte. Das Kurti genannte Tier war anders als der Rodewalder Rüde mit einem Senderhalsband ausgestattet.

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