Wegen hoher Nitratbelastung: Trinkwasser bald 45 Prozent teurer?

Trinkwasser bald 45% teurer? (Symbolbild)
Trinkwasser bald 45% teurer? (Symbolbild)  © DPA

Berlin - Das Umweltbundesamt warnt vor steigenden Trinkwasserpreisen um bis zu 45%. Als Grund wird die hohe Nitratbelastung des Grundwassers genannt, die durch kostspielige Reinigungs- und Aufbereitungsmethoden gesenkt werden müsse. Doch was steckt hinter der großen Angst vor Nitrat? Ein Experte widerspricht den geschürten Ängsten vehement.

Nitrat gilt als krebserregend und sollte dementsprechend nur in unbedenklichen Mengen im Trinkwasser enthalten sein. Das berichtete zumindest das ZDF vor einiger Zeit. Der Experte Udo Pollmer weist in seiner Kolumne "Mahlzeit" jedoch darauf hin, dass auch in Gemüse reichlich Nitrat steckt, oft zehn-, manchmal sogar hundertmal soviel wie im Trinkwasser!

Ist also alles nur unnötig aufgebauscht, um weiteres Geld vom Steuerzahler zu kassieren? Auf eine vierköpfige Familie kämen dann nämlich Mehrkosten von bis zu 134 Euro im Jahr zu, rechnet das Bundesamt vor.

Bereits Anfang 2017 hatte ebenfalls der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vor erheblich steigenden Wasserpreisen gewarnt. In mehr als 27 Prozent der Grundwasserkörper werde derzeit der Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überstiegen, erläuterte das Umweltbundesamt.

Gerade in Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen sei das Grundwasser häufig durch zu viel Stickstoff belastet. Grund sei das Düngen von Feldern mit Gülle und Mist aus der intensiven Tierhaltung oder das Verwenden von Mineraldünger etwa für den Obst- und Gemüseanbau.

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger erklärte, mit den Neuregelungen in der Düngeverordnung seien lang überfällige Schritte eingeleitet worden, "die hoffentlich die Belastungen so weit senken, dass den Trinkwasserkunden die teure Aufbereitung erspart bleibt". Die Neuregelungen müssten jetzt konsequent umgesetzt werden. "Falls sich diese Belastungen nicht verringern, müssten weitere und strengere Auflagen für die Landwirtschaft erfolgen."

Udo Pollmer legt indes eine ganz andere Sicht der Dinge nahe. "Vor Jahren haben die Wasserwerke teure Anlagen installiert, mit denen sich das Nitrat zuverlässig entfernen lässt. Heute sind nahezu alle Anlagen stillgelegt."

Titelfoto: DPA


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