Was wird jetzt aus den Nizza-Sperren vom Einheitstag? 

In diesen Formen entstehen die Blöcke.
In diesen Formen entstehen die Blöcke.  © Eric Münch

Dresden - Als Nizza-Sperren prägten sie während der Einheitsfeier die Altstadt: 1180 Blöcke in Lego-Optik. 

Doch wo kommen diese neuartigen Barrieren her? Und was passiert jetzt mit den Blöcken? TAG24 war auf der Spur der Steine - und die führt an den Hammerweg.

Der richtige Name lautet „Nestler-Block“. Seine Heimat befindet sich am Fuß der Hellerberge, nahe der Haftanstalt Hammerweg. Hier, auf einem alten Armeegelände, treffen dieser Tage Tieflader mit den zurückkehrenden Blöcken aus der City ein.

"Wir verbauen sie für unsere neue Halle“, erklärt Betriebsleiter Knut Seifert (51). 

Gerade wird die erste Wand in Angriff genommen. Geplante Hallenmaße: 30 x 60 Meter. 





Mario Nestler (47, li.) und sein Betriebsleiter Knut Seifert (51).
Mario Nestler (47, li.) und sein Betriebsleiter Knut Seifert (51).  © Eric Münch

Eine zweite Halle auf dem Gelände ist geplant, ebenso eine im Betriebsteil Coswig. Dank des Stecksystems der 2-Tonnen-Blöcke geht die Stapelei ratzfatz. "Die Blöcke, ein Dach und die dann erprobte Statik bilden den Test für ein Hallenystem, das wir einmal anbieten wollen“, so Seifert.

Mit dem Block hat der 1908 in Dresden gegründete Betrieb realisiert, was als Ideal der Abfallwirtschaft gilt: "Einen Kreislauf vom Müll zum Produkt“, sagt Firmenchef Mario Nestler (47) stolz. Der Block sei der erste hierzulande zertifizierte Großbaustein aus Recyclingmaterial.

Das Vorbild habe er in Holland entdeckt und weiterentwickelt. "75 Prozent Ziegelschutt, 25% Zement.“ Dafür hat sich Nestler eine Kleinmischanlage aus Kanada und Formen angeschafft. So kann er Blöcke mit nur einem Steckkopf (Zapfen), aber auch mit zwei, drei oder mehr gießen. Insgesamt sind 17 verschiedene Formen drin.

Gedacht sind sie vor allem für die industrielle Anwendung, gern auch für den Garagenbau. Aber Nestler hat schon eine weitere Idee: den Einsatz als Flutschutz. Denn Nestler-Blöcke gibt es auch mit Stützfuß.





Das Ausgangsmaterial: Eine Fuhre Ziegel. Zerkleinert und angereichert mit 
Zement ergeben sie die Blöcke.
Das Ausgangsmaterial: Eine Fuhre Ziegel. Zerkleinert und angereichert mit Zement ergeben sie die Blöcke.  © Eric Münch




Diese Blöcke haben einen Standfuß.
Diese Blöcke haben einen Standfuß.  © Eric Münch

Titelfoto: Eric Münch