Nobelpreisträger: Menschheit wird nie auf einem anderen Planeten leben

Madrid - Vor wenigen Tagen hat Michel Mayor den Nobelpreis für Physik gewonnen. Jetzt sorgt der 77-jährige Schweizer mit einer Aussage für Aufsehen. Es geht um ein Thema, das momentan in aller Munde ist.

Physik-Nobelpreisträger Michel Mayor (77).
Physik-Nobelpreisträger Michel Mayor (77).  © Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

50 Jahre nachdem Neil Armstrong seinen Fuß auf den Mond gesetzt hat und dabei die berühmten Worte "Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit." sprach, ist Reisen zu anderen Planeten wieder "in".

Ab 2024 will die NASA innerhalb ihres Artemis-Projekts wieder regelmäßig auf dem Mond landen und sich so auch auf eine Mission zum Mars vorbereiten.

Und irgendwann, so träumt die Menschheit, sollen Reisen in fremde Galaxien und Leben auf fremden Planeten möglich sein.

Doch dem schob Physik-Nobelpreisträger Michel Mayor jetzt einen klaren Riegel vor. Seiner Meinung nach wird die Menschheit nie auf einem fremden Planeten leben können.

Auf einer Konferenz in Madrid sagte er laut "Daily Star": "Wenn wir über Exoplaneten (Planeten außerhalb unseres Sonnensystems) sprechen, sollten die Dinge klar sein: Wir werden nie dorthin migrieren."

Entfernung das große Problem

Vor 24 Jahren entdeckte Michel Mayor zusammen mit Didier Queloz den Exoplaneten 51 Pegasi B.
Vor 24 Jahren entdeckte Michel Mayor zusammen mit Didier Queloz den Exoplaneten 51 Pegasi B.  © M. Kornmesser / Nick Risinger/epa/dpa

Und er führt auch gleich den Hauptgrund an, warum es seiner Meinung nach nicht klappen wird - die Entfernung.

Selbst möglicherweise bewohnbare Planeten sind mehrere Lichtjahre von der Erde entfernt: "Wir reden über hunderte Millionen Tage, mit den Mitteln die wir heute zur Verfügung haben."

Seiner Meinung nach sollte die Menschheit den Gedanken verwerfen, auf einen anderen Planeten zu gehen, wenn die Erde kaputt ist: "Wir müssen uns um unseren Planeten kümmern, er ist sehr schön und absolut lebenswert."

In Zukunft sollte die Weltraumforschung darin bestehen, Leben außerhalb des Sonnensystems nachzuweisen.

Ob sich die Menschheit von seinen Aussagen beeinflussen lässt und das Streben in den Weltraum beendet?

Es wird sie womöglich noch mehr dazu anspornen, weiter zu forschen um irgendwann die nötige Technik für intergalaktische Reisen zu besitzen. Und wer hätte es zum Beispiel im Jahr 1919 für möglich gehalten, binnen weniger Sekunden Bilder mit der gesamten Welt auszutauschen?

Dafür bekam Michel Mayor den Nobelpreis für Physik

Didier Queloz (53) feiert seinen Nobelpreis.
Didier Queloz (53) feiert seinen Nobelpreis.  © Yui Mok/PA Wire/dpa

Insgesamt ging der Nobelpreis für Physik dieses Jahr an drei Forscher. Neben Michel Mayor und seinem Partner Didier Queloz gewann auch der Nordamerikaner James Peebles die renommierte Auszeichnung.

Laut Jury haben alle drei Wissenschaftler dazu beigetragen, die Struktur und Geschichte des Weltraums besser zu verstehen. Peebles entwickelte laut "Focus" ein System, dass die Grundlage für unsere heutige Vorstellung vom Universum ist.

Mayor und sein Kollege entdeckten 1995 den ersten Exoplaneten, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist.

Bei Stern 51 Pegasi B, der 50 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, hatten sie ein Wackeln festgestellt. Sie erklärten es sich damit, dass er von einem Riesenplaneten durch seine Schwerkraft hin und her gezerrt wird, so das "ZDF".

Bis heute wurden mehr als 4100 Exoplaneten entdeckt.

Titelfoto: Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa


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