Noch breiter! Das wird Dresdens Neue!

An der Unterführung am Bahnhof Neustadt müssen die Gleise weiter auseinandergelegt werden, wenn die Bahnen breiter werden. Falk Lösch, Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe.
An der Unterführung am Bahnhof Neustadt müssen die Gleise weiter auseinandergelegt werden, wenn die Bahnen breiter werden. Falk Lösch, Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe.

Von Dominik Brüggemann

Dresden - Die Dresdner werden durchschnittlich immer dicker. Das ist jedoch nicht der Grund, warum künftig auch die Straßenbahnen der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) in die Breite wachsen sollen.

„Wir brauchen Ersatz für unsere mehr als 20 Jahre alten Stadtbahnwagen der ersten Generation. Und durch den Stadtbahnausbau brauchen wir vor allem Fahrzeuge mit höherer Kapazität. Deshalb auch die breiteren Wagenkästen“, erklärt DVB-Sprecher Falk Lösch die millionenschweren Anschaffungspläne.

Im Jahr 2020 sollen die breiteren Bahnen auf Dresdens Gleisen rollen. Doch die Verbreiterung der Wagen von 2,30 Meter auf 2,65 Meter birgt Probleme: Die Haltestellen sind zu schmal und einige Gleisabschnitte liegen zu dicht beieinander.

„Die Unterführung am Neustädter Bahnhof muss zum Beispiel angepasst werden. Von der Königsbrücker und Kesselsdorfer Straße rede ich jetzt mal nicht...“, so Lösch

So könnten die künftigen DVB-Bahnen von der Form her aussehen: unten schmal, oben 25 Zentimeter breiter.
So könnten die künftigen DVB-Bahnen von der Form her aussehen: unten schmal, oben 25 Zentimeter breiter.

Momentan tüfteln DVB-Experten an den idealen Wagenbedingungen für die Hersteller und bereiten eine erste Ausschreibung vor. Damit die Haltestellen nicht umgebaut werden müssen, soll ein Kniff greifen: Die Wagen bleiben untenrum schlank, erst ab der Einstiegshöhe werden sie 25 Zentimeter breiter. Die Linie 3 zwischen Wilder Mann und Coschütz soll als erstes mit den breiteren Bahnen bedient werden.

Ein Blick nach Rostock zeigt, wie die künftigen Dresdner Bahnen aussehen könnten. Dort hat die Rostocker Straßenbahn AG kürzlich ähnlich verbreitere Wagen auf die Schienen gelassen. „Wir sind sehr zufrieden. Den ersten Winter haben sie gut überstanden“, berichtet Unternehmenssprecherin Beate Langner.

Der Neupreis dort lag bei 2,8 Millionen Euro pro Stück. Die DVB verweisen momentan auf die alten Anschaffungspreise, die zwischen 2,5 und 3,5 Millionen Euro lagen.

Fotos: Marko Förster, Vossloh Kiepe, Ove Landgraf


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