Staatsschutz ermittelt nach Sprengkörper-Fund an KZ-Gedenkstätte

Nordhausen - Ein potenziell gefährlicher Sprengkörper an der Zufahrt der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen beschäftigt seit Wochen Polizei und Staatsschutz in Thüringen.

Besucher gehen auf einem Weg auf dem Gelände des ehemaligen NS-Konzentrationslagers Mittelbau-Dora
Besucher gehen auf einem Weg auf dem Gelände des ehemaligen NS-Konzentrationslagers Mittelbau-Dora  © Jens-Ulrich Koch/dpa-Zentralbild/dpa

Inzwischen werde wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt, sagte eine Sprecherin der Polizei am Donnerstag.

Ein Junge habe den Gegenstand demnach bereits am 19. Januar beim Radfahren im Zufahrtsbereich der Gedenkstätte entdeckt.

Erst später bestätigten Untersuchungen des Landeskriminalamts den Verdacht, dass darin "explosionsfähiges Material" verbaut wurde, so das Innenministerium. Weitere Untersuchungen liefen noch.

Genauere Angaben zur Art des Gegenstands machten die Beamten nicht.

Der Gedenkenstättenstiftung zufolge handelte es sich um "einen zündfähigen Sprengkörper mit ernstzunehmender Wirkung".

Sicher ist laut Polizei, dass es sich nicht um eine Weltkriegsbombe oder Ähnliches handle.

Der Staatsschutz sei in erster Linie durch die räumliche Nähe zu der Gedenkstätte eingeschaltet worden. Der Polizeisprecherin zufolge gibt es bislang keine konkreten Hinweise auf einen politischen Hintergrund. Dieser sei aber nicht auszuschließen, hieß es auch im Innenministerium.

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