Ende auf dem Botschaftsgelände: Nordkorea macht Schluss mit "seinem" Hostel

Das City Hostel Berlin: Erwirtschaftete Devisen fließen angeblich in das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas.
Das City Hostel Berlin: Erwirtschaftete Devisen fließen angeblich in das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas.

Berlin - Seit langem wird heftig über die Nordkoreanische Botschaft in Berlin (Glinkastraße, Mitte) diskutiert. Der Grund: Nordkorea vermietet Teile des Gebäudes an den Betreiber einer Jugendherberge, das "City Hostel Berlin".

Der Vorwurf: Die Einnahmen von rund 38.000 Euro pro Monat fließen direkt in das verbotene Atom- und Raketenprogramm des kommunistischen Landes unter Führer Kim Jong-un (33).

Nun lenkt Nordkorea überraschend ein und kündigte dem Betreiber, EGI GmbH, berichtet der Tagesspiegel.

Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amts auf Anfrage bestätigt, sei die Kündigung "ein weiterer Schritt auf dem Weg, diese Praxis zu beenden."

Der Hostelbetreiber will nun gegen die Kündigung vorgehen. Schließlich sehe er sein ganzes Unternehmen inklusive 50 Job gefährdet. Bis zur Klärung (oder Schließung) gehe der Betrieb im Hostel vorerst weiter.

Das Botschaftsgebäude wurde zu DDR-Zeiten erbaut.
Das Botschaftsgebäude wurde zu DDR-Zeiten erbaut.

Erst im Juli verschärfte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Nordkorea. Weitere Strafen sind nach den letzten Raketenabschüssen und dem Test einer Wasserstoffbombe sicher.

Außerdem sei es Botschaften eines Landes ohnehin nicht erlaubt, gewerbliche Einnahme zu erzielen.

Wie das Auswärtige Amt erklärte, wurde die Botschaft "mehrmals schriftlich und mündlich nachdrücklich zur Beendigung des sanktionswidrigen Zustands aufgefordert".

Auch das Land Berlin stritt sich parallel mit der Botschaft über ausstehende Steuerschulden. So sollen jahrelang die Mieteinnahmen am Fiskus vorbeigeflossen sein.

Viele Touristen ahnen von dem Konflikt nichts und merken nicht einmal, dass das Hostel zu einer Botschaft gehört. Für die meisten zählt nur, dass ein Zimmer ab 17 Euro pro Nacht zu haben ist. Und in Berlin ist das ein starkes Argument.


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