Nach Erdbeben: Nordkorea vermeldet Test von Wasserstoffbombe

Angeblich besitzt Nordkorea eine Wasserstoffbombe. Dieses Bild mit der Inspektion des Sprengkopfes wurde verbreitet.
Angeblich besitzt Nordkorea eine Wasserstoffbombe. Dieses Bild mit der Inspektion des Sprengkopfes wurde verbreitet.  © DPA

Seoul - Ein Erdbeben in Nordkorea hat Befürchtungen über einen möglichen neuen nordkoreanischen Atomtest ausgelöst. Die amerikanische Erdbebenwarte berichtete am Sonntag, die Erdstöße hätten die Stärke 5,6 erreicht.

Die südkoreanische Regierung wollte einen neuen Atomversuch Nordkoreas nicht ausschließen. Das Präsidialamt in Seoul teilte mit, es werde geprüft, ob es sich um eine solche unterirdische Detonation einer Atombombe handele.

In der Vergangenheit waren auch erst seismische Aktivitäten gemessen worden, bevor festgestellt worden war, dass sie durch einen Atomtest ausgelöst worden waren.

Zuvor hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un verkündet, sein Land habe jetzt auch eine Wasserstoffbombe entwickelt, mit der eine Interkontinentalrakete (ICBM) bestückt werden könne.

Nordkoreas Führer habe bei einem Besuch im staatlichen Atomwaffeninstitut eine H-Bombe inspiziert, die auf eine ICBM montiert werden sollte, berichteten die Staatsmedien am Sonntag.

Das Institut habe damit den Vorgaben der herrschenden Arbeiterpartei entsprochen, einen Durchbruch bei der atomaren Bewaffnung zu erzielen. Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen. Es hieß, der Fortschritt basiere auf dem Erfolg, den das Land mit seinem ersten Wasserstoffbombentest im Januar des vergangenen Jahres erzielt habe.

Sollten sich die Befürchtungen über den neuen Atomversuch bestätigen, wäre es die größte Provokation Kim Jong Uns seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump.

Update 10.46 Uhr: Südkorea hat den jüngsten Atomtest Nordkoreas aufs Schärfste verurteilt und noch härtere internationale Sanktionen gegen das Nachbarland gefordert. Seoul werde alle diplomatischen Maßnahmen ergreifen, um Nordkorea komplett zu isolieren, teilte die Regierung am Sonntag nach einer Dringlichkeitssitzung des nationalen Sicherheitsrats mit. Dazu werde Südkorea auch auf neue Sanktionen des UN-Sicherheitsrats hinwirken. Pjöngjang wurde eine "rücksichtslose Provokation" vorgeworfen.

Update 08.42 Uhr: Nordkorea zündete nach eigenen Angaben am Sonntag eine Wasserstoffbombe, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen. Der Test sei ein "perfekter Erfolg" gewesen, hieß es in einer Erklärung des staatlichen Atomwaffeninstituts. Die Explosionskraft von Wasserstoffbomben ist um ein Vielfaches höher als bei herkömmlichen Atomwaffen.

Update 08.00 Uhr: Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs einen neuen Atomversuch unternommen. Ein Erdbeben am Sonntag, das eine Stärke von 6,3 erreichte, sei durch einen unterirdischen Atomversuch ausgelöst worden, teilte das Militär in Seoul mit. Später wurde nach chinesischen Angaben ein weiteres Beben der Stärke 4,7 gemessen.

Ein Mann schaut sich in Tokio auf einem Monitor einen TV-Bericht über den möglichen neuen Atomversuch Nordkoreas an.
Ein Mann schaut sich in Tokio auf einem Monitor einen TV-Bericht über den möglichen neuen Atomversuch Nordkoreas an.  © Eugene Hoshiko/AP/dpa

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