Warnstreiks: Mehr als 1000 NRW-Metaller gehen auf die Straße

Mit IG Metall-Flaggen ziehen die Demonstranten auf die Straße.
Mit IG Metall-Flaggen ziehen die Demonstranten auf die Straße.  © DPA

Düsseldorf - Im Tarifkonflikt in der deutschen Metall- und Elektroindustrie startet die IG Metall in der Nacht zum Montag auch mit Warnstreiks in Nordrhein-Westfalen. Um Mitternacht sollen zunächst Beschäftigte im Iserlohner Werk des Verhandlungsführers der NRW-Arbeitgeber, Arndt Kirchhoff, die Arbeit niederlegen, teilte die IG Metall am Freitag mit.

Der Schwerpunkt des ersten Warnstreiktages solle nach Angaben der Gewerkschaft auf Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe liegen. Zum Warnstreikauftakt rechnet die Gewerkschaft mit mehr als 1000 Streikenden.

"In der letzten Tarifrunde haben sich leider gerade die Arbeitgeber aus unserer Region als besondere Hardliner erwiesen, welche die erzielten Kompromisse nicht akzeptieren wollten. Am 18. Januar erwarten wir endlich eine konstruktive und sachorientierte Verhandlung über unsere Forderungen.

Sollte es immer noch keine Bewegung geben, werden wir bei den Warnstreiks nochmal kurzfristig nachlegen und dann aber auch schnell über 24-Stunden-Warnstreiks entscheiden", wird Carmelo Zanghi, Erster Bevollmächtigter der IG Metall im Hochstift Paderborn, im Westfalen-Blatt zitiert.

Bereits am Donnerstag hatte die IG Metall in Stuttgart beim Autobauer Porsche und in Brandenburg an der Havel beim Getriebehersteller ZF zu Aktionen aufgerufen (TAG24 berichtete). Die Verhandlungen werden in den einzelnen Tarifbezirken jedoch separat geführt. Für die 700.000 Beschäftigten der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie startet am 18. Januar die dritte Verhandlungsrunde in Neuss.

Zuvor hatten die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde zwei Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung angeboten. Die IG Metall fordert sechs Prozent und individuelle Regelungen zur Verkürzung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich.

In den Verhandlungen spielt bundesweit das Thema Arbeitszeit eine große Rolle: Die Gewerkschaft will erreichen, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit ohne Lohnausgleich auf bis zu 28 Stunden für 2 Jahre mit Rückkehrrecht zur Vollzeit verkürzen können.

Titelfoto: DPA


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