Dieser Wal spielt Rugby mit fremden Fischern

Norwegen - Irgendwo im Meer vor Norwegen wurde ein Video aufgenommen, wie Fischer mit einem Wal Rugby spielen.

Der Wal bringt den Rugbyball immer wieder zurück.
Der Wal bringt den Rugbyball immer wieder zurück.  © Screenshot/Facebook/Sherri-Lyn Croucamp

Ein Fischer wirft einen Rugby-Ball ins Meer, kurz darauf schwimmt ein Belugawal los und holt den Ball zurück.

Dieser wirft den Ball aber nicht ins Wasser vor das Boot, sondern überreicht den Spielball mit seinem Maul.

Das klingt zwar komisch, vor allem weil die Tiere eigentlich gar nicht zutraulich sind, ist aber tatsächlich so passiert. Ein Video zeigt die Spielerei ganz deutlich.

Auch wenn man vielleicht ein bisschen stolz auf das Tier sein möchte, macht der Grund für dieses Spielchen jedoch ein wenig traurig.

Denn der Wal, Hvaldimir soll er heißen, wurde jahrelang als russischer Spion missbraucht.

Seeleute berichten auf einer GoFundMe-Seite, dass sie das Tier bereits im April vor Norwegen fanden.

Sie fanden es merkwürdig, dass er einen Gurt trug. Er schien von einer GoPro-Kamera zu sein. Etwas weiter daneben auf dem Gurt stand in englischer Sprache "Equipment St. Petersburg". Das diente als erstes Indiz auf seine Herkunft.

Vergangenheit des Wals ist ein Rätsel

Während der Sowjetunion gab es mehrere Einrichtungen zur Ausbildung von Meeressäugetieren. Seit er freigelassen wurde, ist der Wal als "übergelaufener russischer Spion" bekannt. So kursierte schon einigen Jahren ein Video im Netz, wo man den Wal sieht, wie er einer Frau ihr Handy zurückgibt, als sie es ins Wasser fallen lassen hat.

Was er damals für die Sowjetunion getrieben hat, ist natürlich nicht überliefert. Genauso ist fraglich, wer ihm einen Kameragurt einer GoPro angelegt hat. Die gab es zu Sowjet-Zeiten nämlich noch gar nicht.

Jedoch gibt es einen Grund, weshalb die Seeleute jetzt dieses Rugby-Video veröffentlichten: Zum einen begleiteten sie das Meereslebewesen, um herauszufinden, ob man ihn in eine Gruppe anderer Wale integrieren kann. Zum anderen wollten sie herausfinden, wie es ihm gesundheitlich geht.

Die letzten Monate war zudem ein Dokumentarfilmer mit den Bootsleuten unterwegs, der das Treiben des Tieres im bewegten Bild festhielt.

Das soll mit den Spenden geschafft werden

Momentan lebt der Wal in einer gefährlichen Gegend, warnen die Forscher.

Es finden viele Fischungs-Aktivitäten statt, schreiben sie auf GoFundMe. Das stellt ein großes Risiko für den Wal dar, da die Fischer vor Norwegen so vorgehen, dass sie ein Netz ins Meer werfen und nach einem Tag erst herausziehen. In das Netz kommt man hinein und selbstständig nicht wieder heraus. Der Wal kann jedoch nur für 20 Minuten seine Luft anhalten und muss danach wieder auftauchen, sonst stirbt er.

Um bestehende Fischfarmen unter Wasser zu schützen wurden weiterhin Maschinen installiert, die Hvaldimir als Gefahr einstufen und danach reagieren. Die Filmer warnen, dass alarmierte Fischer sich mit ihren Booten auf den Weg machen könnten, wenn ein Alarm ausgelöst wird. Sollte der Wal in einen Rotor geraten, wäre er sofort tot.

In diesem Meeresabschnitt leben weiterhin Orcas, sogenannte Schwertwale. Diese fressen auch Belugawale. Hvaldimir ist also einer weiteren Gefahr ausgesetzt.

"Es ist wirklich wichtig zu wissen, dass wir nicht mit irgendwelchen Organisationen zusammenarbeiten, die Wale oder Delfine in Gefangenschaft halten oder sie zur Unterhaltung verwenden. Und wir erhalten keine Finanzierung von diesen Unternehmen", betonen die Spendensammler.

Wenn die Walfreunde ihre Kampagne erfolgreich zu Ende geführt haben, wollen sie die gesammelten 10.000 US-Dollar (knapp 9050 Euro) nutzen, um den zahmen Wal umzusiedeln. Er soll dann in einer Gruppe Belugawale in einer sicheren Region leben. Auf dieser Seite gibt es mehr Infos zu der Aktion und die Möglichkeit, zu spenden.

Das Video des Rugby spielenden Wals

Mehr zum Thema Tiere:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0