Passagiere meutern nach Horror-Kreuzfahrt

Belfast - Es sollte eine wundervolle Kreuzfahrt für 2000 Menschen auf der Norwegian Spirit werden. Doch nach mehreren Vorfällen an Bord wurde aus dem Traum Horror und aus friedlichen Passagieren ein wütender Mob.

Die Norwegian Spirit.
Die Norwegian Spirit.  © 123RF evrenkalinbacak

Als die Norwegian Spirit am 27. September zu ihrer 14-tägigen Reise aufbrach, ahnte keiner der Passagiere etwas Schlimmes. Jeder von ihnen hatte bis zu 5300 Pfund, rund 5900 Euro bezahlt, um sich auf einer Rundreise durch Nordeuropa verwöhnen zu lassen.

Von Southampton aus sollte es über Amsterdam nach Norwegen gehen. Nach Halten in Bergen, Flam und Geiranger stand Island mit zwei Zwischenstopps auf der Karte, eh das Schiff weiter Richtung Belfast und Dublin fahren sollte, so "Schiffe und Kreuzfahrten".

Doch bereits zum Start gab es nach Informationen der "Daily Mail" Probleme. Der Hafen von Amsterdam konnte wegen schlechter Witterungsverhältnisse nicht angelaufen werden, genauso der Ausweichstopp in Le Havre.

Also ging es direkt weiter nach Norwegen. Doch auch da gab es Probleme, das Schiff legte unter anderem in einem Hafen an, der schon geschlossen hatte und somit den Touristen nicht viel bieten konnte.

Auch die nächsten zwei Zwischenstopps in Island konnte nicht wahrgenommen werden. Die Besatzung befürchtete laut "news.com.au", auf der Weiterfahrt von Island nach Irland in Sturmtief Lorenzo (TAG24 berichtete) zu geraten.

Die Lage an Bord wird unangenehm

Dieses Urinal darf nicht mehr benutzt werden.
Dieses Urinal darf nicht mehr benutzt werden.  © Screenshot/Twitter/NCLHELL1

Stattdessen sollte das Schiff jetzt in Greenock einlaufen, einem Hafen in der Nähe von Glasgow. Doch auch dieser Plan scheiterte, nachdem die Hafenbehörde die Einfahrt verweigerte.

Ein Passagier wird auf dem australischen Newsportal wie folgt zitiert:

"Wir konnten wegen starkem Wind nicht nach Greenock einlaufen. Ich wünschte, ich hätte Fotos vom Lotsenboot gemacht. Es wurde hin und her geschleudert."

Wieder mal war also schlechtes Wetter der Grund dafür, dass das Schiff nicht in einen Hafen einlaufen konnte.

Inzwischen befand man sich drei Tage auf See und so langsam verschlechterten sich die Bedingungen an Bord. Passagiere berichteten von abgestandenen Essen und Problemen mit dem Abwassersystem.

Auf einem extra ins Leben gerufenen Twitter-Profil zeigte ein Passagier in einem recht eindeutigen Video, dass seine Toilettenspülung nicht mehr funktioniert. Auch andere Toiletten an Bord mussten außer Betrieb genommen werden.

Inzwischen war aus der Traumreise ein Horrortrip geworden und die Passagiere äußerst wütend...

Toiletten im Kreuzfahrtschiff quollen über

Eine große Menge an Menschen versammelte sich im Atrium des Schiffes.
Eine große Menge an Menschen versammelte sich im Atrium des Schiffes.  © Screenshot/Twitter/NCLHELL1

Nachdem zu den ganzen abgesagten Reisezielen (mit dem Highlight Island) jetzt auch die sanitären Probleme an Bord dazugekommen waren, versammelte sich ein wütender Mob im Atrium des Schiffes.

Wüst beschimpften Passagiere die Crew mit Rufen wie "Schande über Euch" oder "Wir wollen eine Rückerstattung."

Der Wunsch wurde jedoch von der Reederei abgelehnt und den Touristen stattdessen ein Rabatt in Höhe von 25 Prozent für die nächste Kreuzfahrt versprochen.

Das machte den Mob umso wütender, denn wer hat schon nach so einem Erlebnis nochmals Lust auf eine Kreuzfahrt mit dem Unternehmen.

Wegen der erhitzten Situation an Bord lief man jetzt in den Hafen von Belfast ein. Viele Passagiere verließen gefrustet das Schiff und reisten von dort individuell nach Hause.

Am Ende bleibt festzuhalten, dass die Reederei nicht viel für die missglückte Kreuzfahrt kann. Schlechtes Wetter und der damit verbundene Ausfall von Reisezielen gehört zum Risiko einer Kreuzfahrt dazu. Allerdings ist die Wut der Passagiere durch die Häufung der Ausfälle und vor allem das Problem mit dem Abwassersystem mehr als zu verstehen.

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