Blutengpässe: Uni-Klinik will mit WM-Übertragung zum Spenden animieren

Schwerin/Greifswald/Rostock - Mecklenburg-Vorpommern hat einen Blutengpass. Die Bevölkerung wird immer älter, es gab viele Feiertage und das gute Wetter kommt noch hinzu. Die Menschen wollten oder konnten nicht spenden. Jetzt steht auch noch der Sommer und die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland vor der Tür.

Frische Blutkonserven sind beim Blutspendedienst in der Universitätsklinik zu sehen.
Frische Blutkonserven sind beim Blutspendedienst in der Universitätsklinik zu sehen.  © Patrick Seeger/dpa

Doch die Blutspendedienste haben bereits pfiffige Konzepte erarbeitet, um vor allem Fußballfans zum Spenden zu animieren. Die Not ist schließlich groß.

Allein an der Uniklinik Rostock sei in diesem Jahr ein Rückgang von mehr als sechs Prozent verzeichnet worden, teilte die Uniklinik mit.

In Greifswald fehlen den Angaben zufolge vor allem Blutspenden der Gruppen 0 und A. Der Blutspendedienst des Uni-Klinikums wollte deshalb die Blutspendeampel von Gelb auf Rot umschalten, was bedeutet, dass die Konserven nur noch für maximal drei Tage reichten.

Und auch der Blutspendedienst Haema klagt über leere Liegen. Einzig das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kann sich über stabile Zahlen freuen. Demnach hätten von Januar bis Mai mehr als 26.700 Menschen gespendet. 2017 waren es 26.630.

Pfingsten und die seit mehreren Wochen andauernde Hitze hätte zu einem Rückgang der Spenden geführt. Nun steht auch noch die Fußball-WM bevor.

Sportevents wichtiger als Blutspenden

Keine Angst haben etwas zu verpassen: WM-Übertragung bei der Blutspende. (Bildmontage)
Keine Angst haben etwas zu verpassen: WM-Übertragung bei der Blutspende. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

"Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass während eines solch herausragenden Sportevents weniger Spender kommen, weil sie kein Spiel verpassen wollen", sagte Ulf Alpen, Sprecher der Greifswalder Blutspende.

Und so hat man sich ein Highlight überlegt: Während der WM wird ein Fernseher im Wartebereich aufgestellt. Zudem können sich Fans bzw. Blutspender mit einem begleitenden Quiz die Zeit vertreiben und Preise wie Trikots oder Sporttaschen gewinnen.

Doch die Kliniken wünschen sich gerade jetzt mehr Unterstützung von außen.

Zum Tag der Blutspende am Donnerstag wünscht sich daher die Uniklinik Rostock mehr Präsenz in den Medien und auf Großveranstaltungen.

Die Uniklinik Greifswald ruft dazu auf, bereits vor dem Sommerurlaub zu spenden. Denn wer seine Ferien in bestimmten Regionen verbringe, sei nach seiner Rückkehr etwa wegen der potenziellen Gefahr, einen Erreger wie Malaria einzuschleppen, für bis zu sechs Monate gesperrt.

Titelfoto: DPA (Bildmontage)


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