So viel NPD steckt in Sachsens Anti-Asyl-Protesten

Demo gegen Asylbewerber im März in Pirna: Die NPD in Sachsen mischt kräftig mit bei Anti-Asyl-Protesten.
Demo gegen Asylbewerber im März in Pirna: Die NPD in Sachsen mischt kräftig mit bei Anti-Asyl-Protesten.

Von Juliane Morgenroth

Dresden - Proteste gegen Asylheime sind in Sachsen Alltag. Sie werden oft von ausländerfeindlichen Facebook-Seiten wie „Nein zum Heim“ initiiert, die maßgeblich von Rechtsextremisten unterstützt werden.

Initiatoren der Gruppen „Nein zum Heim - Sächsische Schweiz-Osterzgebirge“, „Heidenau - hört zu“ und „Schneeberg wehrt sich!“ sind/waren auch in der NPD zu finden.

Das Ministerium listet auf Anfrage der Grünen insgesamt 29 Protestveranstaltungen seit Anfang 2014 auf, die einer asylfeindlichen Facebook-Seite zuzuordnen sind.

Und bei denen Rechtsextremisten „maßgebliche organisatorische, logistische oder finanzielle Hilfestellung“ gegeben haben.

Der Ex-Kandidat der NPD für das Amt des Bundespräsidenten, Olaf Rose, war Mitinitiator, so das Innenministerium.
Der Ex-Kandidat der NPD für das Amt des Bundespräsidenten, Olaf Rose, war Mitinitiator, so das Innenministerium.

Etwa NPD-Stadtrat Olaf Rose in Pirna am 25. März 2015.

Nach Ansicht der Grünen sind diese Protestgruppen damit deutlich stärker von Rechtsextremisten beeinflusst und gesteuert als bislang angenommen.

Neben der NPD mische auch „Der dritte Weg“ mit. Petra Zais (58, Grüne): „Das Verharmlosen dieser Gruppierungen vonseiten der Staatsregierung muss aufhören.“

Der Verfassungsschutz wies die Vorwürfe zurück. Im Oktober gab es 31 von Rechtsextremisten organisierte Protestveranstaltungen in Sachsen - so viele wie in keinem Monat zuvor.

Die Zahl der Teilnehmer habe sich im Vergleich zum September auf etwa 8500 verdreifacht. Vor allem die NPD habe zahlreiche Anti-Asylveranstaltungen organisiert.

Fotos: Daniel Förster (3)


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