NRW-Grüne: Rodungen im Hambacher Wald nicht nötig

Düsseldorf - Die Grünen im NRW-Landtag halten die umstrittenen Rodungen im Tagebau Hambach für nicht notwendig. Die Braunkohle-Förderung könnte mehr als ein Jahr weitergeführt werden, ohne dass ein Baum gefällt werden müsse.

RWE plant, ab Oktober mehr als die Hälfte des Restbestands der Bäume im Hambacher Wald abzuholzen.
RWE plant, ab Oktober mehr als die Hälfte des Restbestands der Bäume im Hambacher Wald abzuholzen.  © DPA

Diesen Schluss zog die Partei am Mittwoch aus einer Antwort des NRW-Wirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen.

Demnach liegen zwischen der Abbaukante des Tagebaus bis zum Restwald 150 Hektar bei einem prognostizierten Flächenverbrauch pro Jahr von 80 bis 100 Hektar.

Es gebe keinen Grund, den Hambacher Wald schon von Herbst an zu roden, stellte die Grünen-Sprecherin für Klimaschutz und Energiepolitik, Wibke Brems, fest.

"Es kann nicht sein, dass RWE in der nächsten Rodungssaison vollendete Tatsachen schafft, während in Berlin die Kohle-Kommission der Großen Koalition über den Kohleausstieg verhandelt."

Tagebaubetreiber RWE Power hatte angekündigt, von Oktober an über die Hälfte des Restwaldes abzuholzen (TAG24 berichtete)

Die Berechnung der Grünen führe in die Irre, erklärte ein Sprecher des Tagebaubetreibers RWE Power. Sie unterstelle, dass Arbeiten wie Artenschutzmaßnahmen, Abrissarbeiten, archäologische Ausgrabungen und Rodungen parallel ausgeführt würden. Die notwendigen Vorarbeiten hätten einen Zeitbedarf von bis zu drei Jahren.

Die Kommission habe ihre Arbeit ja noch gar nicht aufgenommen. Außerdem habe die NRW-Landesregierung die energiewirtschaftliche Notwendigkeit des Tagebaus Hambach bekräftigt. Vor diesem Hintergrund sei die Forderung der Grünen nicht nachvollziehbar.

Titelfoto: DPA


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