NRW-Innenminister Reul lobt "Combat18"-Verbot

Düsseldorf - Bei den Razzien in mehreren Bundesländern wegen des Verbots der rechtsextremen Gruppe "Combat 18" ist auch ein Gebäude in Castrop-Rauxel (Kreis Recklinghausen) durchsucht worden. Das teilte eine Sprecherin des Landesinnenministeriums in Düsseldorf am Donnerstag mit. Weitere Objekte seien nicht betroffen.

Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, gibt ein Statement zum Verbot der rechtsextremen Gruppe "Combat 18".
Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, gibt ein Statement zum Verbot der rechtsextremen Gruppe "Combat 18".  © Federico Gambarini/dpa

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) begrüßte das Verbot der Vereinigung "Combat 18 Deutschland".

Er teilte mit: "Ich freue mich, dass Bundesinnenminister Horst Seehofer konsequent gegen diese rechtsextremistische Gruppierung vorgeht. Das Verbot ist ein deutliches Signal in die rechtsextremistische Szene. Polizei und Verfassungsschutz gehen entschlossen gegen Neonazis vor und nutzen alle rechtlichen Möglichkeiten, den braunen Sumpf auszutrocknen."

Bei Durchsuchungen in mehreren Bundesländern in Zusammenhang mit dem Verbot der rechtsextremen Gruppe "Combat 18" hat die Polizei Schlagwaffen beschlagnahmt.

Wie aus dem Bundesinnenministerium verlautete, stellten die Beamten einen mit Nägeln präparierten Baseball-Schläger, einen Teleskop-Schlagstock, einen sogenannten Morgenstern und Reizgas sicher.

Zudem seien Mobiltelefone, Laptops, Datenträger, Tonträger, Kleidung, NS-Devotionalien und Propagandamittel mitgenommen worden. Scharfe Schusswaffen wurden nach ersten Informationen nicht entdeckt.

An dem Einsatz in sechs Bundesländern, der in den frühen Morgenstunden begann, waren bundesweit 210 Polizisten beteiligt. Die Verbotsverfügung wurde insgesamt sieben mutmaßlichen Anhängern der Gruppe überreicht.

Update, 13.26 Uhr

In der Ruhrgebietsstadt habe die Polizei Laptops, Handys, Datenträger, "waffenrechtlich relevante Gegenstände" sowie Bekleidung mit der Aufschrift "Combat 18" sichergestellt, schilderte Reul.

Die Sicherheitsbehörden in NRW seien schon seit Jahren intensiv mit der "militanten Neonazigruppe" befasst. NRW habe wichtige Erkenntnisse zum bundesweiten Verbotsverfahren beigetragen. «Combat 18» verhalte sich konspirativ, trete selten öffentlich in Erscheinung.

Die Zahl der Mitglieder in NRW sei einstellig, sagte Reul. Bundesweit sollen es rund 20 Mitglieder sein. Die NRW-Behörden werden das Umfeld der Gruppierung aber auch nach dem Verbot weiter im Blick halten, kündigte der Minister an.

"Polizei und Verfassungsschutz gehen entschlossen gegen Neonazis vor und nutzen alle rechtlichen Möglichkeiten, den braunen Sumpf auszutrocknen."

Castrop-Rauxel: Ein Polizeihund wird zu einem Wohnhaus geführt.
Castrop-Rauxel: Ein Polizeihund wird zu einem Wohnhaus geführt.  © René Werner/dpa

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