"Immer ein bisschen im Clinch": Bleibt er trotzdem der Renner bei der AfD?

Marcus Pretzell verließ im September die AfD.
Marcus Pretzell verließ im September die AfD.  © DPA

Düsseldorf - Nach der Bundespartei wählt nun auch die nordrhein-westfälische AfD am kommenden Wochenende eine neue Spitze.

Der derzeitige Vorsitzende des mit gut 4500 Mitgliedern stärksten AfD-Landesverbands, Martin Renner, will erneut kandidieren, wie der Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf sagte. Derzeit ist Renner alleiniger Landesparteichef, nachdem der Co-Vorsitzende Marcus Pretzell die rechtspopulistische AfD im September verlassen hatte.

Renner sagte, die Gruppierung um den früheren Vorsitzenden Pretzell sei weiterhin stark, auch nachdem dieser der Partei den Rücken gekehrt habe. "Wir sind alle immer ein bisschen im Clinch, das ist eben so bei der AfD." Trotzdem gehe er davon aus, dass er bei der zweitägigen Veranstaltung in Kalkar im Amt bestätigt werde.

Beim Bundesparteitag der AfD am vergangenen Wochenende in Hannover hätten ihn einige Parteimitglieder zu einer Kandidatur für einen Co-Vorsitz neben Jörg Meuthen bewegen wollen. Mit Blick auf den Landesparteitag habe er das aber abgelehnt, sagte Renner.

Martin Renner glaubt, dass er wiedergewählt wird.
Martin Renner glaubt, dass er wiedergewählt wird.  © DPA

Hätte er sich in einer Kampfkandidatur in Hannover nicht durchsetzen können, wäre das ein schlechtes Vorzeichen für Kalkar gewesen, meinte der 63-Jährige, der dem rechten Parteiflügel zugeordnet wird.

Ob für NRW erneut ein Duo gewählt wird oder es möglicherweise diesmal auf ein Trio hinausläuft, entscheide der Parteitag, sagte Renner. Er halte die Idee für vernünftig, neben einem Vertreter aus der Bundestagsfraktion auch ein Mitglied der NRW-Landtagsfraktion sowie eine mandatsunabhängige Person an die Parteispitze zu holen. "Ob das mehrheitsfähig ist, ist offen."

Mit Pretzell hatten auch Fraktionsvize Alexander Langguth sowie der Abgeordnete und Landesschatzmeister Frank Neppe die AfD verlassen. Zudem hatte Mario Mieruch seinen Posten im Landesvorstand niedergelegt. Der gesamte Vorstand wird in Kalkar neu gewählt. Noch ist nicht klar, wer sich bewerben wird. Fraktionschef Markus Wagner strebe keine Kandidatur für den Vorsitz an, sagte Pressesprecher Michael Schwarzer. Nach derzeitigem Stand zeichne sich nicht ab, dass Abgeordnete des Landtags ihren Hut in den Ring werfen könnten.

Der AfD-Landesparteitag war für Mitte Oktober in Wiehl geplant gewesen. Die AfD hatte ihn aber kurzfristig verschoben und das mit Sicherheitsbedenken begründet. Polizei und das Düsseldorfer Innenministerium hatten dieser Einschätzung widersprochen.

Titelfoto: DPA


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