Hitlergruß, Tankbetrug und Diebstahl: Landfahrer sorgen schon wieder für Aufregung

Die Polizei hatte in Paderborn nur wenig zu tun. Anders sah es in Iserlohn und Düsseldorf aus.
Die Polizei hatte in Paderborn nur wenig zu tun. Anders sah es in Iserlohn und Düsseldorf aus.  © DPA

Paderborn/Dublin - Sie sind meist mit dem Wohnwagen unterwegs. Und wo die sogenannten irischen "Landfahrer" campen, sorgen sie schnell für Aufsehen und Beschwerden von Anwohnern - zuletzt auch wieder in Nordrhein-Westfalen. Am Wochenende führte ihr Weg nach Paderborn.

Auf dem Autohof Mönkeloh legten sie einen Stopp ein - mit rund 70 Wohnwagengespannen! Wie das Westfalen-Blatt berichtet, wurden ihnen zuvor an der Benteler-Arena und im Bereich vom ehemaligen Gelände der Landesgartenschau in Schloß Neuhaus Platzverweise erteilt. Es fehlte an Sanitäranlagen.

Aber auch an der Raststätte waren die Wohnwagen-Nomaden nicht wirklich willkommen: Die Betreiber von Restaurants und Tankstelle fühlten sich bedrängt. Genauso ging es auch vielen Besuchern. Einen Anlass zum Eingreifen sahen weder Polizei noch Ordnungsamt.

In Paderborn soll es bei harmlosen Streitigkeiten und Ruhestörungen geblieben sein. Im Sauerland ging es aber wohl heftiger zu: In Iserlohn waren am Donnerstag rund 500 Traveller, wie die Landfahrer auch genannt werden, aufgetaucht, zogen in die Kneipen, sollen teilweise durch ihr aggressives Verhalten aufgefallen sein.

Wenn die Traveller kommen, besiedeln sie ganze Parkplätze.
Wenn die Traveller kommen, besiedeln sie ganze Parkplätze.  © DPA

Die Polizei nahm einen 20-Jährigen in Gewahrsam, der den Hitlergruß gezeigt haben soll. Sie ermittelt wegen Tankbetrugs und Diebstahls, führte in der Nacht großangelegte Kontrollen durch.

Die Gruppe räumte wie von der Stadt gefordert Freitagmittag das Feld. Anschließend kamen sie nach Paderborn.

In Minden reagierte man rechtzeitig: Vor drei Jahren besetzten die Traveller den Großparkplatz Kanzlers Weide. Um zu verhindern, dass das dieses Jahr wieder passiert, sperrte die Stadt den Platz.

Trotz der negativen Dinge, die man immer wieder über die Landfahrer liest, betont ein Sprecher der irischen Traveller-Bewegung ITM, dass das Ausmaß der Wanderbewegung geringer sei als es die Schlagzeilen vermuten lassen.

Mitglieder der Gemeinde arbeiten üblicherweise als Klempner, Blechschmiede, Hufschmiede, Pferde- und Schrotthändler. Die irischen Traveller-Bewegung kümmert sich auch um die sozialen Probleme. Dazu gehören die schlechten Unterkünfte, die hohe Suizidrate, Diskriminierung und schlechte Bildungschancen.

Titelfoto: DPA


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