NRW-Wahl: Warum die Erststimme dieses Mal wichtig sein kann

Links die Erststimme für den Kandidaten aus dem Wahlkreis, rechts für die Partei. (Symbolfoto)
Links die Erststimme für den Kandidaten aus dem Wahlkreis, rechts für die Partei. (Symbolfoto)  © dpa (Symbolbild)

Bielefeld - Wer heute wählen geht, vergibt zwei Stimmen. Zwar ist die Zweitstimme die ausschlaggebende, aber auch die Erststimme kann dieses Mal viel verändern.

Klar: Die Zusammensetzung des Parlamentes entscheidet sich nach den prozentualen Anteilen der Zweitstimmen. Regulär besteht das Parlament aus 181 Sitzen.

Die Erststimme stellt sicher, dass aus allen 128 Wahlkreisen in NRW ein Politiker im Landtag vertreten ist. Jede Partei kann pro Wahlkreis mit einem Politiker antreten.

Spannend wird es, wenn eine Partei mehr Wahlkreise gewinnt, als ihr nach dem Zweitstimmen-Ergebnis zustehen. Dann erhält diese Partei nämlich zusätzliche Sitze.

Beispiel: Eine Partei erhält 30 Prozent der Zweitstimmen - bekommt also 54 Sitze. Allerdings gewinnen die Kandidaten der Partei in 56 Wahlkreisen (Erststimme).

Dann erhält diese Partei zwei zusätzlich Sitze zu den 54 Sitzen dazu. Das Parlament wird zwei Sitze größer. Da der Wahlkreisanteil in NRW überproportional hoch ist, kommen sogenannte Überhangmandate dort besonders häufig vor.

Angesichts des Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen SPD und CDU könnten diese das Zünglein an der Waage sein und entscheiden, wer regiert. In den letzten Jahren gingen alle Wahlkreise an SPD oder CDU.

Niemand ist verpflichtet Erst- und Zweitstimme der gleichen Partei zu geben. Die kleineren Parteien werben sogar gezielt um Zweitstimmen. Hier die Programme der Parteien im Vergleich.

Es macht also aus strategischer Sicht Sinn, die Erststimme CDU oder SPD zu geben, da die kleinen Parteien anders als bei der Zweitstimme da kaum eine Chance haben.

Titelfoto: dpa (Symbolbild)


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