WM 2018: Ist Public Viewing nicht mehr gefragt?

Düsseldorf – Bei der aktuellen Fußball-WM wird es in Nordrhein-Westfalen deutlich weniger große Public Viewing-Veranstaltungen geben als in früheren Wettbewerben. In vielen Städten finden die ehemals großen Events nicht mehr statt. Aber es gibt Alternativen.

Ist Public Viewing etwa nicht mehr "in"? (Archivbild)
Ist Public Viewing etwa nicht mehr "in"? (Archivbild)  © DPA

Große Public Viewings zur Fußball-WM sind nicht mehr gefragt. Immer weniger Fans haben Spaß am "Rudel-Gucken".

Ob in Dortmund, Essen oder Bochum - einige der großen Public Viewings finden dieses Jahr nicht mehr statt, der Trend geht stark zu Kneipen, kleineren Events oder dem TV-Bildschirm im Wohnzimmer.

Auch die Metropolen Düsseldorf und Köln sowie Mönchengladbach bieten kein von der Stadt organisiertes Public Viewing an. "Die Besucher sind nicht mehr von großen Public Viewings angezogen", sagt Martin Semerad von den ehemaligen Organisatoren der Bochumer "Sparkassen Fankurve".

Verfolgten etwa 2006 in der WM-Stadt Dortmund mehr als 250 000 Menschen auf dem Friedensplatz die WM-Spiele, waren es zur EM 2016 nur noch 17.000 Zuschauer, teilte die Stadt mit.

Das Public Viewing sei wegen des geringen Interesses nicht mehr zu bezahlen. Es liege weniger an den steigenden Kosten der Sicherheitskonzepte: "Es ist eine Frage von mangelndem Interesse", erklärte der ehemalige Veranstalter Patrick Arens vom Schaustellerverband.

Hier können Fans im Rudel die WM gucken

Lädt in Köln zum WM-Public-Viewing ein: Lukas Podolski (33).
Lädt in Köln zum WM-Public-Viewing ein: Lukas Podolski (33).  © DPA

"Rudel-Gucken" zur WM wird aber nicht komplett im Abseits stehen bei der kommenden WM.

Ganz «kuschelig» kann es im "Fernsehgarten" des Schauspielhauses Köln in Köln-Mülheim werden. Zwischen alten Industriebauten ist in den vergangenen fünf Jahren hier das Urban-Gardening-Projekt "Carlsgarten" entstanden. "Es ist sozusagen die gemütliche Variante", sagte eine Sprecherin. Loungesessel stehen zwischen den grünen Hochbeeten und Blumenkübeln für etwa 150 Besucher bereit. Statt auf einer Riesen-Leinwand sind die Deutschlandspiele auf Fernsehbildschirmen zu sehen.

Wer aber doch ein Großevent zur WM besuchen möchte, für den veranstaltet der Ex-Nationalmannschaftsspieler Lukas Podolski zum zweiten Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft gegen Schweden ein großes Public Viewing. Über 15.000 Fans können auf "Poldi's Public Viewing Party" auf der Galopprennbahn in Köln-Weidenpesch gemeinsam feiern.

"Ich freue mich auf euch, eine Riesen Party und mega Stimmung auf der Galopprennbahn in meiner Heimatstadt Köln", schreibt der 32-Jährige auf Twitter. Und auch in Remscheid wird gefeiert: Zum Public Viewing auf dem Rathausplatz gibt es beim Auftaktspiel der deutschen Mannschaft eine Mallorca-Party - standesgemäß mit Ballermann-Stimmungskanone Mickie Krause.

In weiteren Städten wird es ähnliche Angebote geben. Dortmund kooperiert zum Beispiel mit dem Deutschen Fußballmuseum in der Stadt. In Düsseldorf gibt es ein Public Viewing auf dem Rhein und in Dinslaken eines in der Zechenwerkstatt.

Titelfoto: DPA


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