NSU-Opfer erhielten mehr als eine Millionen Euro aus Fonds

Erfurt - Opfer des NSU-Terrors und ihre Hinterbliebenen haben bislang rund 1,45 Millionen Euro aus dem Thüringer Entschädigungsfonds abgerufen.

Beate Zschäpe war zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Beate Zschäpe war zu lebenslanger Haft verurteilt worden.  © DPA

Rund 54.000 Euro waren bis Ende des vergangenen Jahres noch nicht ausgezahlt, wie das Thüringer Justizministerium auf Anfrage mitteilte.

Das Geld sollte vor allem den Familien der Mordopfer des NSU sowie der Opfer des Nagelbombenanschlags in Köln, der ebenfalls auf das Konto der Terror-Gruppe ging, zugute kommen.

Die Frist, um Anträge auf Entschädigung zu stellen, war laut Justizministerium am 4. Oktober 2018 abgelaufen. Bis dahin seien 68 Anträge eingegangen. Laut Henfling soll das übrig gebliebene Geld aus dem Fonds von der Ombudsfrau für die Opfer des NSU-Terrors, Barbara John, verwaltet werden.

Der Terror-Zelle des NSU werden insgesamt zehn Morde zwischen den Jahren 2000 und 2007 und weitere Verbrechen zugerechnet. Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe waren in Jena aufgewachsen. Das Trio flog erst im November 2011 nach einem Banküberfall in Eisenach auf. Dort wurden die Leichen von Mundlos und Böhnhardt in einem Wohnmobil gefunden.

Thüringens Ermittlungsbehörden waren schwere Fehler bei der Verfolgung der rechtsextremen Terroristen und ihrer mutmaßlichen Helfer bescheinigt worden. Der NSU-Untersuchungsausschuss im Thüringer Landtag kam zu dem Schluss, dass die Mordserie hätte verhindert werden können, wenn die Behörden diese Fehler nicht begangen hätten.

Titelfoto: DPA

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