Anwältin hält Beate Zschäpe für Gründerin des NSU

Ist Beate Zschäpe die führende Hand hinter den Verbrechen gewesen?
Ist Beate Zschäpe die führende Hand hinter den Verbrechen gewesen?  © DPA

München - Erstmals hat eine Nebenklägerin im NSU-Prozess der Hauptangeklagten Beate Zschäpe eine bedeutendere Rolle zugeschrieben als die Bundesanwaltschaft es tut.

Angela Wierig, Anwältin der Schwester des 2001 ermordeten Hamburger Einzelhändlers Süleyman Tasköprü, bezeichnete Zschäpe am Dienstag als "Mastermind" und "Gründerhirn" der Terroristen. Sie habe frühere Aktionen der Gruppe als "nicht zielführend" kritisiert und dafür gesorgt, dass "aus Aktivisten Terroristen wurden".

Die Bundesanwaltschaft hatte dagegen den mitangeklagten Ralf Wohlleben als "steuernde Zentralfigur" bezeichnet. Zschäpe ist als Mittäterin an allen zehn Morden, zwei Sprengstoffanschlägen und weiteren Verbrechen des NSU angeklagt. Die Bundesanwaltschaft hat lebenslange Haft für sie gefordert.

Wierig bezweifelte aber, dass während des Prozesses die Schuld des wegen Beihilfe zum neunfachen Mord angeklagten Wohlleben bewiesen werden konnte. Die Bundesanwaltschaft hält es dagegen für erwiesen, dass Wohlleben die Mordwaffe beschafft habe.

Titelfoto: DPA


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