Mutmaßlicher Waffenlieferant des NSU lehnt Richter ab

Auch Ralf Wohlleben steht in München vor Gericht.
Auch Ralf Wohlleben steht in München vor Gericht.  © DPA

München - Der mutmaßliche Beschaffer der wichtigsten Mordwaffe des NSU, Ralf Wohlleben, hat erneut die Richter im NSU-Prozess abgelehnt.

Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München habe sich schon auf ein Urteil gegen ihn festgelegt, obwohl der Prozess noch laufe, argumentierte sein Anwalt am Donnerstag.

Das Gericht hatte zuvor einen Beweisantrag Wohllebens abgelehnt. Darin verlangte er, zwei Männer als Zeugen zu laden.

Die Mordwaffe hätten nicht er und ein weiterer Mitangeklagter für die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt beschafft, sondern die beiden als Zeugen benannten Männer.

Neun Opfer des NSU waren türkisch- oder griechischstämmige Zuwanderer, die alle mit derselben Pistole vom Typ "Ceska" mit Schalldämpfer erschossen wurden.

Wohlleben ist wegen Beihilfe zum Mord angeklagt. Zschäpe gilt der Bundesanwaltschaft als Mitglied des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) und Mittäterin. Für Zschäpe hat die Anklage lebenslange Haft beantragt, für Wohlleben zwölf Jahre.


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