Neuer Zeuge verzögert NSU-Plädoyers schon wieder

München - Im NSU-Prozess hat das Münchner Oberlandesgericht am Dienstag überraschend einen Zeugen vernommen, den der neue Anwalt des Mitangeklagten André E. vor wenigen Tagen benannt hatte.

Beate Zschäpe muss weiter auf ihr Urteil warten.
Beate Zschäpe muss weiter auf ihr Urteil warten.  © DPA

Der Beginn der Verteidiger-Plädoyers verzögerte sich damit zunächst weiter. Mit der Vernehmung des Zeugen wollte der neue Anwalt von E. ein Stück weit aus der Defensive kommen.

Der Zeuge werde aussagen, dass E. am Tag, an dem der NSU aufflog, mit ihm in Zwickau frühstücken war, sagte Rechtsanwalt Daniel Sprafke, der E. erst seit kurzem vertritt.

Die Anklage hatte dagegen in ihrem Plädoyer ausgeführt, E. sei an dem Vormittag bei der Hauptangeklagten Beate Zschäpe gewesen - das spreche für dessen große Nähe zum NSU.

Der Zeuge bestätigte dann zwar, dass er sich drei- bis viermal an dem benannten Ort mit E. getroffen habe - er konnte sich aber auch auf mehrfache Nachfragen nicht an einen konkreten Zeitpunkt erinnern.

Update: 11.42 Uhr: Nach monatelangen Verzögerungen steht der NSU-Prozess möglicherweise vor einem Scheidepunkt: Sowohl die Bundesanwaltschaft als auch die Anwälte des mutmaßlichen Terrorhelfers Ralf Wohlleben beantragten, das Verfahren gegen den Mitangeklagten André E. abzutrennen. Dessen Anwalt wolle das Verfahren bis zum " Sankt-Nimmerleinstag" verzögern, so der Bundesanwalt. Das Gericht hat sich zur Beratung zurück gezogen.

Titelfoto: DPA

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