Können jetzt endlich die Plädoyers im NSU-Prozess beginnen?

München - Im NSU-Prozess will das Münchner Oberlandesgericht am Mittwoch einen neuen Anlauf unternehmen, in die Plädoyers der Verteidigung einzusteigen.

Hermann Borchert (li.) ist einer der Wunschverteidiger von Beate Zschäpe.
Hermann Borchert (li.) ist einer der Wunschverteidiger von Beate Zschäpe.  © DPA

Beginnen sollen die Wunschverteidiger der mutmaßlichen Jenaer Rechtsterroristin Beate Zschäpe, Hermann Borchert und Mathias Grasel. Ob es dazu kommt, ist allerdings offen.

Denn zum einen hat der Mitangeklagte André E. am Dienstag einen neuen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl gestellt.

Zum anderen hat E.'s neuer Anwalt Daniel Sprafke, der am Dienstag zum ersten Mal überhaupt im Prozess anwesend war, angekündigt, am Mittwoch mehrere weitere Anträge stellen zu wollen.

Diverse Befangenheitsanträge, juristische Streitereien und eine kurze Krankheit Zschäpes hatten den Beginn der Verteidiger-Plädoyers schon in den vergangenen Wochen immer weiter verzögert. Die Bundesanwaltschaft und die Nebenkläger hatten ihre Plädoyers bereits Anfang Februar beendet.

Die Anklagebehörde fordert für Zschäpe lebenslange Haft und anschließende Sicherungsverwahrung. Die heute 43-Jährige soll eines von drei gleichberechtigten Mitgliedern des NSU gewesen sein und deshalb als Mittäterin bei sämtlichen Verbrechen der Gruppe bestraft werden. Dazu zählen zehn Morde, neun davon aus rassistischen Motiven.

Update 13.08 Uhr: Die Verteidiger-Plädoyers im Münchner NSU-Prozess werden frühestens in der kommenden Woche beginnen. Grund sind zwei neue Befangenheitsanträge des Mitangeklagten André E., die am Mittwoch erst kurz vor dem eigentlich geplanten Sitzungsbeginn am Mittag bei Gericht eingingen. Die Prozesstage am Mittwoch und auch am Donnerstag wurden daraufhin kurzfristig abgesetzt, weiter geht es kommenden Dienstag.

Titelfoto: DPA


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