Linke: Stadt braucht endlich NSU-Ausschuss!

Hamburg - Auch in Hamburg soll der mutmaßliche Nationalsozialitische Untergrund (NSU) gemordet haben. Bisher gibt es keinen Untersuchungsausschuss in der Stadt.

Wieso wurde der Hamburger Süleyman Taşköprü von den rechtsextremen Terroristen erschossen? Die Frage ist bisher unbeantwortet.
Wieso wurde der Hamburger Süleyman Taşköprü von den rechtsextremen Terroristen erschossen? Die Frage ist bisher unbeantwortet.  © dpa/Axel Heimken

Die Linke-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft möchte das nun ändern. Die innenpolitische Sprecherin Christiane Schneider fordert: "Hamburg braucht endlich einen NSU-Untersuchungsausschuss!"

Hamburg ist inzwischen das einzige von der NSU-Mordserie betroffene Bundesland, das die Taten nicht parlamentarisch aufgearbeitet hat. Erst nach am Donnerstag hat der Schweriner Landtag nach Jahren des Zögerns die Einsetzung eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Aufklärung der NSU-Aktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern beschlossen.

Der NSU soll am 27. Juni 2001 Süleyman Taşköprü in seinem Lebensmittelladen an der Schützenstraße in Bahrenfeld mit drei Kopfschüssen getötet haben.

„Viele Fragen sind nach wie vor unbeantwortet, etwa die nach den Hintergründen des Mordes, der Identität der Helfershelfer aus der Stadt und den Gründen für das Totalversagen der Sicherheitsbehörden“, sagt dazu Christiane Schneider. „Warum Süleyman Taşköprü? Warum die für den Mord sorgfältig ausgewählte Schützenstraße?"

Dabei will die Linke auch die Frage klären, welche Rolle die damals extrem militante Hamburger Neonaziszene um Christian Worch und Thomas Wulff gespielt hat. Es soll intensive Kontakte der Hamburger Rechtsextremen zum NSU gegeben haben. "Warum stellten sich die hiesigen Sicherheitsbehörden nicht einmal die Frage nach einem extrem rechten und rassistischem Hintergrund des Mordes?“

Schneider weist darauf hin, dass die Familie Taşköprü nicht zur Ruhekommen kann, solange die Antworten ausbleiben. Die Forderung nach einem Untersuchungsausschuss auch in Hamburg bleibe deshalb aktuell. "Wir werden sie gemeinsam mit vielen anderen immer wieder erheben, bis die Stadt ihre Verantwortung für die Aufklärung endlich wahrnimmt."

Titelfoto: dpa/Axel Heimken

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