NSU-Urteil erwartet: 22 Opfer aus Kölner Keupstraße fordern Aufklärung

Köln / München - Unmittelbar vor dem Urteil im NSU-Prozess haben Betroffene vor einem Schlussstrich gewarnt und weitere Aufklärung angemahnt.

Die Keupstraße in Köln: Hier explodierte 2004 eine Bombe des NSU und verletzte 22 Menschen.
Die Keupstraße in Köln: Hier explodierte 2004 eine Bombe des NSU und verletzte 22 Menschen.

Die Kölner Initiative "Keupstraße ist überall" kritisierte: "Es bleiben mehr Fragen als Antworten". Mit einem Urteil gegen Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte sei die Aufarbeitung der Verbrechen des NSU ("Nationalsozialistischer Untergrund") nicht abgeschlossen.

Die Initiative plant für Mittwoch ein Programm "gegen das Vergessen" sowie eine Live-Schalte nach München, wo Überlebende und Vertreter der Keupstraße den Ausgang des gut fünf Jahre langen Verfahrens vor Gericht verfolgen wollen.

In der türkisch dominierten Kölner Keupstraße verletzte im Juni 2004 eine Nagelbombe 22 Menschen, teilweise sehr schwer.

In Dortmund wurde im April 2006 der Kioskbesitzer Mehmet Kubasik erschossen. Auch viele Jahren nach den Morden und Anschlägen des NSU seien die Wunden nicht verheilt, betonte Gökay Sofuoglu, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland.

Opfer und Familienangehörige seien über Jahre hinweg verdächtigt worden. Die Ermittler vermuteten auch in Köln in der "Türkenstraße" lange eine Tat im kriminellen Milieu - Schutzgelderpressung oder eine Familienfehde.

Laut Ermittlungen hatten die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt mit Zschäpe lange im Untergrund gelebt, zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen ermordet und zwei Sprengstoffanschläge verübt. Mundlos und Böhnhardt töteten sich 2011.

So sieht die Kölner Keupstraße 14 Jahre nach dem Attentat aus.
So sieht die Kölner Keupstraße 14 Jahre nach dem Attentat aus.  © DPA

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