Immer wieder Kittel! HSV zerlegt 1. FC Nürnberg in Einzelteile

Hamburg/Nürnberg - Das ist eine Ansage! Der Hamburger SV hat das Spitzenspiel des 2. Spieltages beim 1. FC Nürnberg mit 4:0 gewonnen. Vor knapp 45.000 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion schossen Jeremy Dudziak, Sonny Kittel und Khaled Narey den HSV zum hochverdienten Auswärtssieg. Nürnbergs Tim Handwerker unterlief zudem ein Eigentor.

Startelf-Debütant Sonny Kittel (rechts) jubelt über seinen Freistoß-Treffer.
Startelf-Debütant Sonny Kittel (rechts) jubelt über seinen Freistoß-Treffer.  © Daniel Karmann/dpa

Für zwei Hamburger war das Duell mit dem 1. FC Nürnberg eine Reise in die Vergangenheit.

Linksverteidiger Tim Leibold kickte zwischen 2015 und 2019 für den Club, Trainer Dieter Hecking stand zwischen 2009 und 2012 bei den Franken unter Vertrag.

Im Duell der Aufstiegskandidaten setzte Hecking auf zwei Veränderungen im Vergleich zum Last-Minute-Unentschieden gegen den SV Darmstadt 98.

In der Verteidigung ersetzte Gideon Jung Kyriakos Papadopoulos, im Mittelfeld verdrängte Sonny Kittel Khaled Narey aus der Startelf und gab damit sein Startelf-Debüt für den HSV.

Das Spiel startete hektisch, beide Mannschaften leisteten sich zahlreiche Fehlpässe.

Nach fünf Minuten hatten die Hamburger so etwas wie die erste Chance des Spiels. Nach einem Freistoß köpfte Lukas Hinterseer Richtung Club-Gehäuse, doch Christian Mathenia packte sicher zu.

Sieben Minuten war der Ex-Schlussmann des HSV allerdings machtlos. Neuzugang Jeremy Dudziak kam rund 20 Meter vor dem Nürnberger Tor an den Ball, wackelte Gegenspieler Asgar Sörensen aus und traf mit einem satten Linksschuss zur Gäste-Führung.

Die Hamburger zogen sich anschließend etwas zurück und machten die Mitte dicht. Die Nürnberger konnten mit dem Raum hingegen nicht so viel anfangen und blieben in ihren Offensiv-Aktionen unsauber.

Stürmer Lukas Hinterseer wird bei einem Zweikampf mit Nürnbergs Ansgar Sörensen zu Boden gerammt.
Stürmer Lukas Hinterseer wird bei einem Zweikampf mit Nürnbergs Ansgar Sörensen zu Boden gerammt.  © Daniel Karmann/dpa

So blieben Chancen auf beiden Seiten Mangelware. Stattdessen musste eine Standardsituation herhalten, um wieder für Gefahr zu sorgen.

Und die hatte es auch gleich in sich. Nach einem Foul an Leibold nahm sich Startelf-Debütant Kittel den Ball und erzielte mit einem Aufsetzer aus rund 25 Metern das 2:0. Club-Keeper Mathenia sah dabei alles andere als gut aus.

Aber die Hamburger wird das wenig gestört haben. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie die Partie fest im Griff und ließen die Gastgeber überhaupt nicht zur Entfaltung kommen.

Nürnbergs Trainer Damir Canadi hatte früh die Schnauze voll und brachte bereits nach 36 Minuten Mittelstürmer Mikael Ishak für Lukas Jäger.

Mit der Einwechslung zeigten die Clubberer mehr Präsenz im Strafraum der Hamburger, doch Chancen blieben weiterhin Mangelware. So ging es mit einer hochverdienten 2:0-Führung für den HSV in die Kabinen.

Nürnberg kam deutlich aktiver aus der Halbzeit, Neuzugang Iuri Medeiros gab nach 53. Minuten endlich den ersten Abschluss ab.

Doch noch hielt die Abwehr der Hanseaten dem zunehmenden Druck der Franken stand. Der HSV sorgte offensiv nur noch selten für Entlastung.

Khaled Narey trifft trocken aus 20 Metern zum vorentscheidenden 3:0.
Khaled Narey trifft trocken aus 20 Metern zum vorentscheidenden 3:0.  © Daniel Karmann/dpa

In der 67. Minute hatten die Hamburger allerdings die Vorentscheidung auf dem Fuß. Erst vergab Hinterseer völlig freistehend vor Mathenia, anschließend parierte der FCN-Keeper gegen den kurz zuvor eingewechselten Khaled Narey überragend.

Der Außenspieler machte es fünf Minuten später aber besser. Kittel hatte das Auge für Narey, der trocken aus 20 Metern zum 3:0 einschoss. Das war die Entscheidung.

Die Gastgeber aus Nürnberg konnten sich von dem Nackenschlag nicht erholen, der HSV spielte die Partie locker runter und erzielte zehn Minuten vor dem Ende sogar noch das 4:0.

Nach feinem Doppelpass mit Kittel passte Adrian Fein den Ball scharf in die Mitte. Nürnberg-Verteidiger Tim Handwerker war schneller als Jan Gyamerah und drückte den Ball selbst über die Linie.

Anschließend nahm Trainer Hecking Matchwinner Kittel vom Platz und ließ den lange verletzten Jairo Samperio ein paar Minuten Zweitliga-Luft schnuppern. In der Folge ließ der HSV nichts mehr anbrennen und spielte die Partie souverän zu Ende.

Nach dem etwas enttäuschenden Auftakt gegen Darmstadt haben die Hamburger damit gezeigt, wozu sie in der Lage sind und haben einen direkten Konkurrenten auswärts mit 4:0 besiegt.

Für den Hamburger SV geht nach dem ordentlichen Saisonstart mit vier Punkten aus zwei Spielen am Sonntag (18.30 Uhr) im DFB-Pokal bei Drittliga-Aufsteiger Chemnitzer FC weiter.

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