Heilpraktiker macht Millionen mit falschen Krebsmitteln: Vier Jahre Haft

Nürnberg - Es sind Vorwürfe, die fassungslos und wütend zugleich machen! Im Prozess um den Verkauf eines nicht zugelassenen Krebsmittels wird am Donnerstag (11 Uhr) das Urteil erwartet.

Der Prozess muss noch einmal aufgerollt werden. (Symbolbild)
Der Prozess muss noch einmal aufgerollt werden. (Symbolbild)  © DPA

Vor dem Landgericht Nürnberg muss sich ein 63 Jahre alter Heilpraktiker und Volkswirt wegen des Inverkehrbringens von nicht zugelassenen Arzneimitteln verantworten.

Dabei geht es um die in der Alternativmedizin eingesetzten Produkte "Rerum" und "Rerum blue".

Der Geschäftsmann hatte das Mittel nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft für sieben Euro je Drei-Milliliter-Glasfläschchen erworben und im Anschluss an Hilfe suchende und verzweifelte Patienten für rund 300 Euro verkauft.

Insgesamt habe er so rund drei Millionen Euro eingenommen. Die Staatsanwaltschaft fordert für den Angeklagten aus dem mittelfränkischen Roth fünf Jahre Haft.

Die Verteidigung plädiert dagegen auf Freispruch, weil es sich bei der Öl-Vitamin-Emulsion nicht um ein Medikament, sondern um ein schlichtes Nahrungsergänzungsmittel handele.

Update 13.30 Uhr: Nicht zugelassene Krebsmittel: Geschäftsmann muss vier Jahre in Haft

Weil er im großen Stil nicht zugelassene Arzneimittel in Verkehr gebracht hat, muss ein Geschäftsmann vier Jahre ins Gefängnis.

Das Landgericht Nürnberg-Fürth sah es in seiner Urteilsverkündung am Donnerstag als erwiesen an, dass der 63-jährige Heilpraktiker und Volkswirt über seine Firma im mittelfränkischen Roth und auf Zypern die umstrittenen Krebsmittel "Rerum" und "Rerum blue" ohne Zulassung an Patienten und Therapeuten verkaufte.

Zugleich ordnete das Gericht die Einziehung des dadurch erzielten Gewinns von 4,5 Millionen Euro an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Ein 63 Jahre alter Heilpraktiker und Volkswirt musste sich in Nürnberg vor Gericht verantworten. (Symbolbild)
Ein 63 Jahre alter Heilpraktiker und Volkswirt musste sich in Nürnberg vor Gericht verantworten. (Symbolbild)

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