Frau auf Straße brutal mit Messer attackiert, Mann verhaftet: So geht es nun weiter

Nürnberg - Nach der schrecklichen Messerattacke auf eine junge Frau (21) in Nürnberg hat die Staatsanwaltschaft für den Tatverdächtigen die Unterbringung in einer Psychiatrie beantragt.

Die Spurensicherung nahm den Ort des brutalen Übergriffs sehr genau unter die Lupe.
Die Spurensicherung nahm den Ort des brutalen Übergriffs sehr genau unter die Lupe.  © News5/Friedrich

Der 25-Jährige weise ein breitgefächertes psychisches Krankheitsbild auf, teilte die Staatsanwaltschaft in Nürnberg mit.

Der in den 1990er-Jahren nach Deutschland eingereiste Mann aus dem Irak wird verdächtigt, am frühen Sonntagmorgen eine 21 Jahre alte Frau mit einem Messer niedergestochen und am Oberkörper verletzt zu haben. Kurze Zeit später war er in einem Krankenhaus festgenommen worden.

Die Staatsanwaltschaft geht von versuchtem Mord aus. Das Opfer sei arg- und wehrlos gewesen, "so dass wir vom Mordmerkmal der Heimtücke auszugehen haben", sagte Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke.

Lebensgefahr habe für die Frau jedoch nicht bestanden. Ein Ermittlungsrichter ordnete an, ihn in eine Fachklinik zu bringen.

Den Ermittlern zufolge kannten sich Opfer und Täter nicht und trafen zufällig aufeinander. Die Polizei fahndete mit bis zu 100 Beamten, Hunden und einem Hubschrauber. Dabei geriet der 25-Jährige in den Fokus, weil ihn seine Eltern am Sonntagmorgen wegen eines psychotischen Schubs in die psychiatrische Abteilung des Nordklinikums gebracht hatten.

Eine Ärztin verständigte die Polizei, weil er angab, eine Frau verletzt zu haben.

Tendenz "besorgniserregend"

Der Tatort in Nürnberg ist nach dem Übergriff von der Polizei abgesperrt worden.
Der Tatort in Nürnberg ist nach dem Übergriff von der Polizei abgesperrt worden.  © News5/Friedrich

Auch gegenüber den Beamten habe der Mann die Tat zugegeben, sagte ein Polizeisprecher. Er sei bereits wegen Körperverletzung sowohl im häuslichen Bereich als auch im öffentlichen Raum polizeibekannt gewesen.

In dem sozialen Netzwerk Facebook habe er außerdem jemandem gedroht, ihn abzustechen. Zunächst würden das am Tatort gefundene Messer und ein Turnschuh auf genetische Spuren hin untersucht. Den Schuh verlor der Tatverdächtige nach Ansicht der Ermittler bei einer Rangelei mit der zweiten Frau, die sich schützend vor das Opfer stellte und die Angriffe abwehrte.

Bei ihr war die 21 Jahre alte Frau in Nürnberg zu Gast. Nach Diskotheken-Besuchen waren die beiden Frauen gerade auf dem Nachhauseweg, als sie attackiert wurden.

Der mittelfränkische Polizeipräsident Roman Fertinger erklärte in der Pressekonferenz von Polizei und Staatsanwaltschaft, solche Taten könnten das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung negativ beeinflussen.

Besorgniserregend nannte er, dass Messerangriffe im öffentlichen Raum in Mittelfranken im Fünf-Jahres-Vergleich um zehn Prozent zugenommen hätten. Werden auch Fälle von häuslicher Gewalt mitgezählt, ergebe sich eine Zunahme um 30 Prozent.

Eine Waffenverbotszone wie in einigen deutschen Innenstädten hielt Fertinger dennoch nicht für ein geeignetes Mittel, weil vorsätzliche Taten wie diese dadurch nicht verhindert werden könnten.

Die junge Frau wurde von einem Mann mit einem Messer mitten in der Stadt angegriffen.
Die junge Frau wurde von einem Mann mit einem Messer mitten in der Stadt angegriffen.
In der Fürther Straße in Nürnberg in Bayern wurde eine Frau mit einem Messer attackiert.
In der Fürther Straße in Nürnberg in Bayern wurde eine Frau mit einem Messer attackiert.  © Screenshot/Google Maps

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