Rekordsommer lässt Playmobil-Hersteller kalt: Prozess gegen eigene Mitarbeiter

Nürnberg - Es wird ernst: Der bayerische Playmobil-Hersteller Geobra Brandstätter streitet sich am Montag ab 10.50 Uhr vor Gericht mit Betriebsratsmitgliedern um Hitzepausen während des zurückliegenden Rekordsommers.

In Bayern zieht Playmobil-Hersteller Geobra Brandstätter vor Gericht. (Symbolbild)
In Bayern zieht Playmobil-Hersteller Geobra Brandstätter vor Gericht. (Symbolbild)

Das fränkische Unternehmen wirft acht Betriebsräten und IG-Metall-Mitgliedern vor, in diesem Sommer wegen der großen Hitze eigenmächtig zu zehnminütigen Arbeitspausen aufgerufen zu haben.

Geobra Brandstätter will nun vor dem Nürnberger Arbeitsgericht den Ausschluss der Mitglieder aus dem Gremium erreichen.

Ein Sprecher hatte betont, das Unternehmen aus Zirndorf habe wegen der Hitze frühzeitig zahlreiche Maßnahmen ergriffen - etwa Lüftungssysteme verändert und Wasserspender aufgestellt.

Zwischen Geobra Brandstätter und der IG Metall hatte es in den vergangenen Jahren mehrfach Auseinandersetzungen gegeben.

Die Gewerkschaft forderte jahrelang vergeblich einen Tarifvertrag. Weil das Unternehmen Kunststoff und kaum Metall verarbeitet, wurden Verhandlungen mit der Metallgewerkschaft lange abgelehnt.

Dann trat Geobra Brandstätter letztlich in den Verband der Kunststoff verarbeitenden Industrie Bayern ein.

Anfang 2017 handelte die IG Metall schließlich mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) einen Tarifvertrag mit dem Arbeitgeberverband aus. Im Jahr 2016 hatten zudem Auseinandersetzungen über die Betriebsratswahlen dem Unternehmen Negativ-Schlagzeilen beschert.


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