Versuchter Mord: Mann spannt Seil über Straße, dann kommt ein Radfahrer

Der 54-jährige Radler fuhr ungebremst in die Seilfalle. (Symbolbild)
Der 54-jährige Radler fuhr ungebremst in die Seilfalle. (Symbolbild)  © DPA

Nürnberg - Das Opfer leidet bis heute unter den schweren Verletzungen: Ein junger Mann aus Bayern hat vor Gericht zugegeben, eine lebensgefährliche Falle für Radfahrer aufgestellt zu haben.

Der 22-Jährige muss sich seit Dienstag in Nürnberg wegen versuchten Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Mai im Dorf Berching nachts ein dünnes schwarzes Nylonseil quer über einen Weg gespannt zu haben, um Radfahrer zu Fall zu bringen.

Ein damals 54 Jahre alter Radler fuhr einige Stunden später ungebremst gegen das Seil. Er blieb mit dem Hals hängen und stürzte. Der Mann erlitt innere Blutungen des Kehlkopfes, einen Halswirbelbruch, eine Kopfplatzwunde und Prellungen. Das Opfer ist laut Staatsanwaltschaft bis heute nur eingeschränkt arbeitsfähig.

Angeklagt ist auch ein 17-Jähriger wegen Nichtanzeige einer geplanten Straftat. Er war nach eigenen Angaben dabei, als sein Bekannter die Seilfalle errichtete, unternahm aber nichts. Trotz schlechten Gewissens habe er nicht die Polizei informiert, wirft die Anklage ihm vor.

Die Angeklagten sagten aus, sie hätten zuvor in einer Bar einen Geburtstag gefeiert. Dabei hätten sie mehrere Gläser Bier und Hochprozentiges getrunken sowie Cannabis konsumiert. Danach seien sie mit Freunden an der Uferpromenade des Main-Donau-Kanals entlang gelaufen und der 22-Jährige habe das Seil über den Weg gespannt.

Er sagte nun, er "finde es furchtbar", wie alles geendet habe. Er habe sich keine Vorstellung von den möglichen Folgen seiner Tat gemacht.


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