OB Ludwig sagt mal eben die Landesjugendspiele ab

Stadtsportbund-Chef Heiko Schinkitz (59) hätte bei der Entscheidung von OB Ludwig (54) gern ein Wörtchen mitgeredet.
Stadtsportbund-Chef Heiko Schinkitz (59) hätte bei der Entscheidung von OB Ludwig (54) gern ein Wörtchen mitgeredet.

Von Torsten Schilling

Chemnitz - Abfuhr! Die Landesjugendspiele finden im Jahr 2017 nicht in Chemnitz statt. Das hat Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (54, SPD) entschieden. Sportpolitiker fühlen sich übergangen.

Nur Großstädte wie Dresden, Leipzig und Chemnitz bieten genügend Sportstätten für Landesjugendspiele mit mehr als 5000 Teilnehmern, die in 50 Sportarten ihre Leistungen messen. Der Landessportbund (LSB) hatte im Rathaus angefragt, ob er die Veranstaltung vom 16. bis 18. Juni 2017 in Chemnitz ausrichten kann.

Die OB sagte ab und führt unter anderem die Deutsche Meisterschaft im Straßenradsport an. Diese findet vom 23. bis 25. Juni 2017 statt, kostet bis zu 200 000 Euro. Erwartet werden 350 Teilnehmer. Zwei sportliche Großveranstaltungen binnen weniger Tage könne die Stadt nicht schultern.

50 Sportarten wie Schwimmen und Leichtathletik sind Teil der Landesjugendspiele im Sommer.
50 Sportarten wie Schwimmen und Leichtathletik sind Teil der Landesjugendspiele im Sommer.

„Durch die Organisation von Wettkämpfen vieler Sportarten gleichzeitig an einem Ort heben sich Landesjugendspiele deutlich von anderen Wettkämpfen ab. Sie finden aller zwei Jahre in Dresden, Leipzig oder Chemnitz statt“, sagt Christian Dahms (41), Generalsekretär des LSB. „Wann wir nach Chemnitz kommen, ist offen.“ Es könnte 2023 werden.

„Der Sportausschuss wurde nicht informiert“, kritisiert Stadträtin Petra Zais (58, Grüne). „Für mich ist das Thema noch nicht erledigt.“ Heiko Schinkitz (59), Präsident des Stadtsportbundes und Stadtrat der Linken: „Es gab keine Information über die Absage im Sportausschuss. So haben wir nur die Position der Verwaltung, jedoch keine gemeinsame Entscheidung.“

Laut Hauptsatzung entscheidet der Sportausschuss über die „Bewerbung und Durchführung repräsentativer Sportveranstaltungen“.

Fotos: Kristin Schmidt, Uwe Meinhold, dpa


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