Nach Attentat: Reker gewinnt OB-Wahl im Koma!

Die Wahlhelfer der parteilosen OB-Kandidatin Henriette Reker, Udo Molitor (r. Bündnis 90/Die Grünen) und Stefan Horn (l, FDP) bekommen Blumen.
Die Wahlhelfer der parteilosen OB-Kandidatin Henriette Reker, Udo Molitor (r. Bündnis 90/Die Grünen) und Stefan Horn (l, FDP) bekommen Blumen.

Köln - Die Bedingungen für die Wahl waren dramatisch - und das Ergebnis ist eine Sensation: Noch am Samstag ist Henriette Reker bei einem Anschlag schwer verletzt worden, am Sonntag machten die Kölner sie zu ihrer Oberbürgermeisterin.

Damit ist die 58-Jährige die erste Frau auf dem OB-Posten der viertgrößten Stadt Deutschlands - mit fast 53 Prozent der Wählerstimmen. Das gerät schon fast ein wenig in den Hintergrund angesichts des versuchten Mordanschlags auf die parteilose Politikerin. Während im Rathaus der Sieg gefeiert wird, wecken die Ärzte Reker ganz langsam aus ihrem künstlichen Koma auf.

Ohne Reker kommt bei der Wahlparty am Abend im Historischen Rathaus zwar keine wirklich ausgelassene Stimmung auf. Aber die Freude ist dennoch groß bei dem Jamaika-Bündnis aus CDU, FDP und Grünen, das Rekers Kandidatur unterstützt hatte.

Alle stoßen an auf ihren Wahlsieg - und auf eine schnelle Genesung der neuen Oberbürgermeisterin.

Am Tatort war am Samstag das Wahlplakat von Henriette Reker zu sehen.
Am Tatort war am Samstag das Wahlplakat von Henriette Reker zu sehen.

Der mit rund 32 Prozent klar unterlegene SPD-Kandidat Jochen Ott zeigt sich als fairer Verlierer, gratuliert Reker und schickt Genesungswünsche in die Klinik. Der Anschlag mache deutlich: "Gerade in einer solchen Zeit müssen Demokraten zusammenstehen."

Die bisherige Kölner Sozialdezernentin wird am Tag ihres großen Erfolgs intensivmedizinisch im Krankenhaus betreut. Nach Angaben eines Sprechers befand sie sich am Wahlabend in einer langsamen Aufwachphase aus einem künstlichen Koma.

Ihr Mann bringe der 58-Jährigen den Sieg "schonend" bei", heißt es aus Rekers Umfeld.

Sie hat eine Notoperation hinter sich, wird wohl wieder ganz gesund, berichtet Klinikdirektor Karl-Bernd Hüttenbrink. Ein 44-Jähriger hatte die zierliche Wahlkämpferin bei einem öffentlichen Termin am Samstag an einem Marktplatz mit einem Messer im Halsbereich schwer verwundet.

Das Attentat verübte der inzwischen in U-Haft genommene Mann wohl aus fremdenfeindlichen Motiven.

Fotos: dpa


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