Nach Club-Vorfall: "Erfolgreiche Integration lass ich mir nicht kaputt machen"

Frankfurt (Oder) - Nach einem gewaltsamen Angriff von mehreren Syrern auf die Disco "Frosch Der Club" in den Gerstenberger Höfen in Frankfurt (Oder) (TAG24 berichtete) hält Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke (34, Linke) an seinem Standpunkt fest: Bis Ende der Woche will er entscheiden, gegen welche gewalttätigen und polizeibekannten Asylbewerber die Abschiebung eingeleitet werden soll.

René Wilke, bei seiner Ernennung zum neuen Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder) in der Marienkirche.
René Wilke, bei seiner Ernennung zum neuen Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder) in der Marienkirche.

Polizei, Ordnungsamt und Staatsanwaltschaft hätten alle Akten über die rund 20 syrischen Intensivtäter in der Stadt zusammengestellt, und seit Mitte letzter Woche werde jeder einzelne Fall geprüft, sagte Wilke der BILD-Zeitung am Dienstag.

Mit seinem Vorstoß erstmals kriminelle Asylbewerber abzuschieben, sorgte Wilke parteiintern für viel böses Blut.

"Viele haben sich bei mir gemeldet und gefragt: 'Was machst du da? Gibt es keine anderen Möglichkeiten?' Ich habe ihnen erklärt, dass wir hier große Erfolge bei der Integration von Flüchtlingen haben. Die lasse ich mir nicht von einer kleinen Gruppe Krimineller kaputt machen", so der Linke und ergänzt einen für ihn wichtigen Fakt: "Die Ausweisungen sind eine Maßnahme zur Verteidigung der Integration."

Und weiter: "Als Oberbürgermeister muss ich die Einwohner meiner Stadt vor einer kleinen Gruppe von Gewalttätern schützen. Und die 1500 Flüchtlinge, die friedlich in Frankfurt (Oder) leben, auch", erklärt der 34-Jährige. Zudem hätten Betroffene die Möglichkeit, gegen die Ausweisung zu klagen.

Wilkes Vorhaben stieß vor allem bei der AfD auf viel Zuspruch, doch er steuert dagegen. "Im Gegensatz zur AfD verurteile ich nicht alle Flüchtlinge pauschal. Es geht hier um Einzelfälle."

Laut Staatsanwaltschaft hatte eine 10- bis 15-köpfige Gruppe in der vergangenen Woche einen Club mit Eisenstangen, Messern und Steinen angegriffen. Auslöser war demnach ein Streit zwischen zwei syrischen Flüchtlingen im Alter von 20 und 22 Jahren und einem Deutschen.


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